Märtyrertod oder Wunder als Voraussetzung zu Seligsprechung

22. Oktober 2003, 09:43
1 Posting
Rom - Selige und Heilige müssen "keine Übermenschen" sein. "Es sind Menschen aus Fleisch und Blut", die allerdings als herausragende Zeugen des Glaubens in ihrer jeweiligen Zeit wirken. So sieht es ein am Prozess der Seligsprechung von Mutter Teresa beteiligter Theologe im Vatikan. Voraussetzung ist der Märtyrertod oder ein Wunder. Papst Johannes Paul II. hat bereits über 1300 Menschen selig und über 460 heilig gesprochen.

Verfahren zur Seligsprechung

Das Verfahren zur Seligsprechung ist streng geregelt. Zunächst werden die Schriften und der Lebenswandel der "Diener Gottes" geprüft. "Bei 99 Prozent aller Wunder handelt es sich um Heilungen". Dabei geht es aber nicht um Wunder, die sich zu Lebzeiten des "Kandidaten" ereignet haben. Vielmehr müssen die (künftigen) Seligen nach ihrem Tod etwa um Hilfe für Kranke angerufen werden. Mehrere unabhängige Ärzte müssen danach bestätigen, dass es für die Heilung keine wissenschaftliche Erklärung gab.

Bereits eineinhalb Jahre nach dem Tod von Mutter Teresa leitete der Vatikan das Verfahren zur Seligsprechung ein. Der Papst persönlich setzte das Kirchengesetz außer Kraft, wonach mit dem Verfahren frühestens fünf Jahre nach dem Tod begonnen werden kann.

Selige können in Ortskirchen, Diözesen oder Orden verehrt werden, Heilige in der ganzen Weltkirche. Für die Heiligsprechung muss in einem neuen Verfahren ein weiteres Wunder nach der Seligsprechung nachgewiesen werden. Die Heiligsprechung erfolgt im Regelfall Jahrzehnte nach der Seligsprechung. (APA/dpa) -

Share if you care.