Atheisten protestierten gegen Seligsprechung von Mutter Teresa

22. Oktober 2003, 09:43
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Demonstranten in Kalkutta warfen Vatikan "Propaganda" vor - Harte Arbeit der Ordensschwester waren keine Wunder

Kalkutta (APA/AFP) - Eine Gruppe von rund hundert Atheisten haben in der ostindischen Stadt Kalkutta gegen die Seligsprechung von Mutter Teresa durch den Papst protestiert.

Harte Arbeit aber keine Wunder

Die Demonstranten warfen der katholischen Kirche "Propaganda" vor, da sie der Ordensschwester "falsche Wunder" zuschreibe. "Ziehen Sie die Liebe und Aufopferung von Mutter Teresa nicht durch falsche Behauptungen ins Lächerliche", war auf einem Transparent zu lesen. Die Ordensfrau habe "an die Arbeit geglaubt" und "nie in ihrem Leben ein Wunder vollbracht", stand auf einem anderen Plakat. Veranstaltet wurde die Organisation vom Indischen Verein für Wissenschaft und Rationalismus.

Seligsprechung

Die 1997 verstorbene Mutter Teresa hatte in Kalkutta den Orden der "Missionarinnen der Nächstenliebe" gegründet. Für ihre soziale Arbeit bekam sie 1979 den Friedensnobelpreis. Die Begründung für die Seligsprechung ist die angebliche Wunderheilung einer krebskranken Inderin durch Mutter Teresa.

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Der Verein für Wissenschaft und Rationalismus erstattete gegen Mutter Teresas Nachfolgerin Schwester Nirmala für diese Behauptung Anzeige. Die kranke Frau sei nicht durch die Ordensschwester, sondern durch Medikamente geheilt worden, sagte der Vereinsvorsitzende Prabir Ghosh. Er erkannte zugleich an, Mutter Teresa habe aufgrund ihres Einsatzes für die Armen über die Eigenschaften einer Heiligen verfügt. (APA)

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