Israel stationiert Reservistenverbände in Palästinensergebieten

19. Oktober 2003, 14:45
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Einheiten sollten drei Wochen in den Autonomiegebieten bleiben - UNO-Sonderbeauftragter Roed-Larsen gibt sein Amt auf

Jerusalem - Nach Anschlagswarnungen hat die israelische Armee am Sonntag mehrere Reservistenverbände in die Palästinensergebiete entsandt.

Die Reservisten seien für "begrenzte Zeit" im Gazastreifen und im Westjordanland stationiert worden, sagte ein Vertreter des Militärs, ohne Details zu nennen. Die israelischen Medien berichteten, Verteidigungsminister Shaul Mofaz habe fünf Bataillone einberufen, um Israel besser gegen Attentate schützen zu können.

Einheiten sollten drei Wochen bleiben

Im israelischen Militärrundfunk hieß es, die Einheiten sollten drei Wochen in den Autonomiegebieten bleiben. Das Finanzministerium habe für die Aktion ein Sonderbudget bereitgestellt. Eine Sprecherin der Armee gab zu, die Mobilmachung der Reservisten sei kostspielig und ungewöhnlich. Das Militär greife deshalb nur im Not- und Ausnahmefall auf diese Maßnahme zurück.

Die norwegische Tageszeitung "Aftenposten" berichtete unterdessen, der Nahost-Sonderbeauftragte der UNO, Terje Roed-Larsen, wolle seinen Posten aufgeben. Roed-Larsen werde stattdessen den Vorsitz der Internationalen Friedensakademie in New York übernehmen. Der Norweger ziehe sich nicht wegen des andauernden Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern aus dem UNO-Job zurück, sondern "weil er ein Angebot bekommen hat, das er unmöglich ausschlagen konnte", hieß es in der Zeitung. Roed-Larsen war von UNO-Generalsekretär Kofi Annan persönlich als Nahost-Beauftragter ausgewählt worden und ist seit vier Jahren im Amt. (APA)

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