Kroatien: Über 80.000 Flüchtlinge zurückgekehrt

20. Oktober 2003, 17:45
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57 Prozent der Rückkehrer sind aus Kroatien geflüchtete Serben - Nach wie vor sind Tausende Wohnungen in Kroatien mit Flüchtlinegn besetzt

Zagreb - In den vergangenen vier Jahren sind mehr als 80.000 Flüchtlinge nach Kroatien zurückgekehrt. Wie aus einem Bericht des kroatischen Wiederaufbauministeriums hervorgeht, handelte es sich dabei zu 57 Prozent um aus Kroatien geflüchtete Serben. Die restlichen sind Kroaten, die bis 1995 aus der Krajina, einem selbsternannten serbischen Staat in Kroatien, vertrieben worden waren. Nach wie vor sind Tausende Wohnungen und Häuser in Kroatien besetzt. Es leben darin vor allem kroatische Flüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina.

Kroatien investierte 25,2 Milliarden Kuna (3,36 Mrd. Euro) in den Wiederaufbau, 15 Prozent davon wurde von der Internationalen Gemeinschaft finanziert. Die kroatische Regierung unterstützte die Programme zur Flüchtlingsrückkehr mit 4,7 Milliarden Kuna (627 Mio. Euro) zwischen 2000 und Oktober 2003. Während dieser Zeit wurden 28.400 Wohnungen und Häuser wieder errichtet und 15.006 Wohneinheiten gingen zurück an ihre Besitzer.

Weitere 4.271 Objekte sollten noch an ihre Besitzer zurückgegeben werden, allerdings sind diese derzeit nicht verfügbar. Immobilienmakler sollen sich vorübergehend um diese Heime kümmern und sie für ihre Besitzer schützen.

Über 4000 Whnungen sind besetzt

Gemäß dem Report werden etwa 4.300 Wohnungen und Häuser noch besetzt, meist von kroatischen Flüchtlingen aus Bosnien-Herzegowina. Die Regierung versucht dieses Problem zu lösen, indem sie Baumaterial finanziert. So bekamen seit 2000 etwa 1.200 Familien Baumaterial zum Wiederaufbau ihrer Heime in Bosnien-Herzegowina.

Seit Beginn des Rückkehr-Prozesses nach Ende des Kroatien-Krieges 1995 konnten 315.102 Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Davon waren 209.000 Vertriebene, meist Kroaten, die es während des Krieges in andere Teile des Landes verschlagen hatte. Die restlichen 105.805 waren Serben. Die meisten von ihnen befanden sich im Ausland in Exil. Mehr als 75.000 kamen aus Serbien-Montenegro, 7.052 aus Bosnien-Herzegowina. Viele kehrten aus Ost-Slawonien, Baranja und Srijem in ihre Häuser in Zentral-Kroatien, Lika und Nord-Dalmatien zurück. (APA)

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