Bolivien: USA unterstützen neue Regierung

19. Oktober 2003, 19:47
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Annan ruft Bolivianer zur Zusammenarbeit auf

La Paz/New York - Die Vereinigten Staaten haben dem bolivianischen Übergangspräsidenten Carlos Mesa ihre Unterstützung zugesagt. Die USA wollten "das bolivianische Volk und die Regierung begleiten", sagte der US-Botschafter in La Paz, David Greenlee, am Samstag nach einem Treffen mit dem neuen Staatschef.

Der Regierungswechsel sei verfassungsgemäß verlaufen und nun sei es "an der Zeit, das Blatt zu wenden und nach vorne zu schauen." Den neuen Staatschef bezeichnete der Botschafter als "Schlüsselfigur in einer ernsten Situation".

Angst vor Staatenstreich

Während der Krise der vergangenen Wochen hatten die USA stets den inzwischen zurückgetretenen konservativen Staatschef Gonzalo Sanchez de Lozada unterstützt. Die USA versprachen ihm nach seiner Wahl im August vergangenen Jahres Rückendeckung, aus Angst vor einem Staatsstreich etwa durch den indianisch-stämmigen Oppositionsführer Evo Morales. Morales hatte die Protestbewegung von Kokabauern und Gewerkschaftern angeführt, die jetzt zum Rücktritt von Sanchez de Lozada führte.

UN-Generalsekretär Kofi Annan bot den Bolivianern die Unterstützung der Vereinten Nationen zur Beilegung ihrer Probleme an und rief sie zur "konstruktiven Zusammenarbeit" und der Anerkennung der Menschenrechte auf. Annan zeigte sich nach Angaben seines Sprechers Fred Eckhard erleichert über die "verfassungsmäßige Lösung" der Krise.

Sanchez de Lozada, der nach seinem Rücktritt in die USA geflogen war, verschob unterdessen nach Angaben der bolivianischen Botschaft seine geplante Ankunft in Washington auf Montag. Er war am Samstagmorgen mit einer Maschine der bolivianischen Fluggesellschaft Lloyd Aéreo Boliviano aus Santa Cruz in Miami im US-Bundesstaat Florida gelandet. In der US-Hauptstadt will der Ex-Staatschef nach Angaben des bolivianischen Generalkonsuls in Miami, Moises Jarmusz Levy, mindestens sechs Wochen bleiben, um unter anderem der US-Regierung die Vorfälle der vergangenen Wochen zu erklären. (APA)

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