Machtmissbrauch, Gewalt und Elend alltäglich

31. Oktober 2006, 12:29
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Schwarzbuch Algerien: 100.000 bis 200.000 Menschen im vergangenen Jahrzehnt getötet

Paris - Führende Menschenrechtsorganisationen haben in einem "Schwarzbuch Algerien" den Behörden und dem Militär anhaltenden Machtmissbrauch, Gewalt und das Elend in dem Land vorgeworfen. "Auch wenn die Gewalt in den vergangenen Jahren nachgelassen hat, bleiben die Menschenrechtsverletzungen doch an der Tagesordnung", heißt es in dem am Samstag in Paris veröffentlichten Bericht, den die "Reporter ohne Grenzen" zusammengestellt haben. Die Organisationen rechnen vor, dass in den vergangenen zehn Jahren zwischen 100.000 und 200.000 Menschen in Algerien getötet worden sind, vor allem in den 90er Jahren.

Dokumente von Amnesty International, Human Rights Watch, der Internationalen Vereinigung der Menschenrechtsorganisationen (FIDH) und der algerischen Liga zur Verteidigung der Menschenrechte sind in das Schwarzbuch eingegangen. Aufgeführt werden die Unterdrückung der Unruhen in der Kabylei seit dem Jahr 2001, die Behördenwillkür gegen Verteidiger der Menschenrechte und die weiterhin Hunderten von Toten durch Gewalt in jedem Jahr. "Machtmissbrauch, Massaker sowie Gewalt gehören immer noch zum algerischen Alltag", schreibt Robert Menard, Generalsekretär der Hilfsorganisation "Reporter ohne Grenzen". (Oktober 2003/APA/dpa)

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