Nordkorea testet Kurzstreckenrakete

21. Oktober 2003, 15:19
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USA stellen Pjöngjang Sicherheitsgarantien in Aussicht

Seoul/Tokio - Vor dem Hintergrund amerikanischer Beteuerungen, Nordkorea nicht zu bedrohen, hat das Regime in Pjöngjang nach Angaben der südkoreanischen Armee am Montag vor seiner Ostküste eine Kurzstreckenrakete getestet. Der Atomkonflikt mit Nordkorea war eines der bestimmenden Themen zum Auftakt des Treffens des Asien-Pazifik-Forums (APEC) in Bangkok war.

Die Antischiffsrakete sei im Rahmen einer jährlich stattfindenen nordkoreanischen Militärübung abgefeuert worden, hieß es. Das Büro des südkoreanischen Generalstabs nannte keine näheren Einzelheiten zum Raketentyp, erklärte aber, Nordkorea habe denselben Typ in diesem Jahr bereits zwei oder drei Mal getestet.

Boden-Schiff-Rakete

Zuvor hatten der japanische Kabinettssprecher Yukinori Morita und die Verteidigungsbehörde in Tokio erklärt, die japanische Regierung habe Berichte über den Test einer Boden-Schiff-Rakete erhalten. Er soll mittags (Ortszeit, 05.00 Uhr MESZ) stattgefunden haben. Die ins Japanische Meer abgefeuerte Rakete habe keine unmittelbare Bedrohung für die Nachbarstaaten dargestellt, erklärte ein Beamter der Behörde. Zuletzt wurde im April über einen nordkoreanischen Raketentest berichtet.

US-Außenminister Colin Powell wiederholte am Montag in Bangkok das Versprechen von Präsident George W. Bush, sein Land plane keine militärische Intervention und sei zu Sicherheitsgarantien bereit. Bush habe dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao "ausführliche Ideen" vorgelegt, wie Pjöngjang zur Aufgabe seines Atomprogramms bewegt werden könne. In "nicht zu ferner Zukunft" könnten neue multilaterale Gespräche unter Beteiligung Pjöngjangs stattfinden, sagte Powell.

Gute Fortschritte

Bush sagte nach einem Gespräch mit seinem südkoreanischen Kollegen Roh Moo Yyun: "Wir machen gute Fortschritte auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung." Nordkorea erklärte indes, der APEC-Gipfel sei nicht das geeignete Forum für eine Erörterung des Atomstreits. Der Konflikt könne nur in direkten Gesprächen zwischen Pjöngjang und Washington beigelegt werden. Dies lehnen die USA jedoch ab. (APA/AP)

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