Kaschmir: Zwölf Geiseln von indischer Armee befreit

22. Oktober 2003, 14:32
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Zwei Tote und fast 60 Verletzte bei Anschlägen - Polizei macht Islamisten verantwortlich

Neu Delhi/Srinagar - Die indische Armee hat am Dienstag zwölf Geiseln aus den Händen mutmaßlicher moslemischer Extremisten befreit. Eine fünfköpfige Gruppe habe am Montag in der Früh ein Dorf im Süden Kaschmirs gestürmt. Die Armee habe daraufhin das Dorf abgeriegelt und Verhandlungen mit den Geiselnehmern aufgenommen, berichtete die Zeitung "The Hindu" am Dienstag. Auch drei von der Armee als Vermittler eingesetzte Dorfälteste wurden als Geiseln genommen.

Mit einem Einsatz bis in die Nacht hinein konnte die Armee alle Gefangenen befreien. Die Ziele der Geiselnehmer blieben ebenso unklar wie ihre politische Zugehörigkeit.

Granatanschläge am Montag

Mutmaßliche moslemische Extremisten hatten am Montag im indischen Teil Kaschmirs zwei Granatanschläge verübt und dabei zwei Menschen getötet und mindestens 58 verletzt. Die erste Explosion ereignete sich auf einem belebten Busbahnhof in einem Vorort von Srinagar, wie die Polizei mitteilte. Die Angreifer hätten offenbar einen Posten der paramilitärischen Polizei treffen wollen, die Granate habe aber ihr Ziel verfehlt.

Zwei Tote und fast 60 Verletzte

Bei der Explosion im Bezirk Batamalloo wurden ein Passant getötet und 51 weitere verletzt, vier von ihnen schwer, wie die Sicherheitskräfte mitteilte. Nur eine Stunde später schleuderten mutmaßliche Islamisten eine Granate auf einen von Touristen besuchten Platz in Anantnag, 55 Kilometer südlich von Srinagar. Bei der Detonation wurden ein Mensch getötet und sieben verletzt. Zu beiden Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen mehr als ein Dutzend moslemische Gruppen für die Unabhängigkeit oder den Anschluss an Pakistan. Bisher kamen in den Auseinandersetzungen mehr als 63.000 Menschen ums Leben. Die heutigen Atommächte Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien vor einem halben Jahrhundert zwei Kriege um die zwischen ihnen geteilte Region geführt. (APA/AP/dpa)

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