Ökumenischer Rat stellt sich hinter NGOs

20. Oktober 2003, 14:24
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Bedenken dürfen nicht vom Tisch gewischt werden

Wien - Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) erklärt sich mit Asylwerbern und Hilfsorganisationen solidarisch. In einer offiziellen Stellungnahme vom Samstag verweist der ÖRKÖ ausdrücklich auf die von zahlreichen NGOs und Verfassungsrechtlern geäußerten Bedenken gegen die geplante Asylrechts-Novelle und betont, dass diese Bedenken in einem Rechtsstaat nicht vom Tisch gewischt werden dürfen. "Es geht hier um Menschen ohne Lobby und ohne Rechte. Menschenrechte sind dazu da, um die Schutzlosesten zu schützen".

"Völlig abstürzen"

Ohne die Arbeit von Caritas und Diakonie stünden hunderte Menschen auf der Straße und ohne deren einfühlsame Arbeit würden viele gebrochene Schutzsuchende "völlig abstürzen", heißt es in der Erklärung des Rats. Der ausdrückliche Dank des ÖRKÖ gelte allen NGOs aber auch allen Pfarrgemeinden und jedem einzelnen Helfer, denn ohne deren Engagement sähe der Umgang mit Flüchtlingen und Asylwerbern in Österreich "noch trauriger aus, als er durch die Maßnahmen des Innenministeriums ohnehin ist".

Die Erklärung des ÖRKÖ wurde im Rahmen eines Besuches der Vorstandsmitglieder in der Pfarre Schwechat veröffentlicht, wo derzeit etwa 170 Menschen aus über 30 Nationen untergebracht sind. Oberin Christine Gleixner, die Vorsitzende des ÖRKÖ, versicherte den Flüchtlingen die Unterstützung des ÖRKÖ und sprach sich für Asylverfahren aus, die nach allen Kriterien des Rechtsstaates und der Menschenrechte durchgeführt werden. (APA)

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