Bush will Philippinen im Kampf gegen den Terror unterstützen

20. Oktober 2003, 22:16
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Proteste bei Bush-Besuch in Manila - Rund 7000 Demonstranten

Manila - US-Präsident George W. Bush hat den Philippinen seine Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zugesagt. Die Vereinigten Staaten und die Regierung in Manila hätten "ein gemeinsames Ziel", sagte Bush am Samstag bei seinem Kurzbesuch in der philippinischen Hauptstadt. "Wir werden (die Rebellengruppe) Abu Sayyaf vor Gericht bringen", sagte er. Rund 7.000 Einwohner protestierten gegen den Besuch des US-Präsidenten und verbrannten Flaggen der USA. Nach einem Abendessen im Präsidentenpalast wollte Bush nach Thailand weiterreisen, wo ab Montag die Staats- und Regierungschefs des Asien-Pazifik-Forums (APEC) tagen.

Militär modernisieren

Die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo und ihr Kabinett hätten sich am Samstag auf einen Fünf-Jahres-Plan festgelegt, um ihr Militär zu modernisieren und zu reformieren. "Mein Land wird dazu technische Unterstützung, praktische Erfahrung und Finanzmittel beisteuern", versprach der US-Präsident. Arroyo hatte den Kriegskurs der USA gegen den Irak unterstützt und gilt den USA als eine der wichtigsten Verbündeten im südostasiatischen Raum.

US-Fahnen verbrannt

Fünf Abgeordnete des philippinischen Parlaments verließen die Sondersitzung aus Protest, als Bush mit seiner Rede begann. In den Straßen der Hauptstadt demonstrierten rund 7.000 Menschen gegen den Besuch des US-Präsidenten. Sie verbrannten US-Fahnen und warfen ihrer Präsidentin vor, eine Marionette der USA zu sein.

Zuvor hatte die Polizei ein gutes Dutzend Studenten auseinandergetrieben, die US-feindliche Sprüche sangen und in einen Park einzudringen versuchten, in der Bush an einem Denkmal einen Kranz niederlegte. Insgesamt sollten mehr als 11.000 Polizisten in der Hauptstadt für Sicherheit sorgen.

Asienreise von Bush

Bush und seine Frau Laura waren am Mittag (Ortszeit) zur zweiten Etappe ihrer Asienreise auf den Philippinen eingetroffen. Es war das erste Mal seit 1960, dass ein Präsident der Vereinigten Staaten zu einem Staatsbesuch in die ehemalige US-Kolonie kam. Bush hatte seine mehrtägige Reise durch Asien und Australien am Freitag in Japan begonnen und will die Staaten der Region dabei zu einem größeren Einsatz in Irak und bei der Terrorbekämpfung ermuntern. Am Abend sollte der US-Präsident weiter zum APEC-Gipfel nach Thailand reisen. (APA/Reuters)

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    Etwa 2000 Demonstranten protestierten gegen den Besuch von George W. Bush in Manila. Ein Protestzug trug eine Flagge mit der Aufschrift "No. 1 Terrorist" - andere verbrannten US-Flaggen.

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