Lainz: Richter will Rolle der Politik klären

19. Oktober 2003, 17:46
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Karlhans Körber, knapp achtzigjähriger pensionierter Richter, will zwei Aspekte untersuchen: Einzelfälle und die politische Verantwortung

Wien - Kommende Woche beginnt die Untersuchungskommission zu Missständen in Wiener Pflegeheimen. Vorsitzender Karlhans Körber, knapp achtzigjähriger pensionierter Richter, will zwei Aspekte untersuchen: Es gehe ausschließlich um Einzelfälle und die Klärung der politischen Verantwortung. "Es ist nicht Aufgabe der U-Kommission, den Pflegeberuf an sich einer Kritik zu unterziehen."

Affäre um vernachlässigte Patienten

Zur Klärung der politischen Verantwortung wird Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (SPÖ) bereits für die zweite Sitzung der U-Kommission geladen. Zuvor wird jener Sachwalter befragt, der die Affäre um vernachlässigte Patienten im Geriatriezentrum "Am Wienerwald" (Lainz) ins Rollen gebracht hatte. Auch die Prüferin des Gesundheitsamtes, die Missstände in einem Bericht dokumentiert hatte, wird aussagen.

Unmut über Besetzung der U-Kommission

Schon im Vorfeld gibt es bei der Besetzung der U-Kommission Unmut. Im Zentrum der Oppositionskritik steht SP-Gewerkschafter Rudolf Hundstorfer. Es sei unvereinbar, dass er als Personal vertreter der Wiener Gemeindebediensteten zur Aufklärung jener Umstände betragen soll, die vom Pflegepersonal mitverursacht wurden.

Entgegen des Wunsches von FPÖ und ÖVP wird die erste Sitzung der Kommission nicht im Lainzer Pflegeheim stattfinden. Seitens der Spitalsverwaltung habe man dies abgelehnt, klagt FP-Mandatar Wilfried Serles. (aw, DER STANDARD Printausgabe 18/19.10.2003)

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