Chiphersteller AT&S verlässt Ungarn

23. Oktober 2003, 19:17
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Produktion von Balatonlelle nach Klagenfurt

Wien/Klagenfurt - Der österreichische Leiterplattenproduzent AT&S will sich noch in diesem Jahr aus Ungarn zurückziehen. Das sagte Aufsichtsratschef Hannes Androsch am Donnerstagabend. Die Produktion in Balatonlelle wird in das Klagenfurter Werk verlagert. Als Grund gab Androsch die schlechten und unsicheren rechtlichen Rahmenbedingungen in Ungarn an. Trotz günstigerer Lohnkosten produziere man deswegen teurer.

Das ungarische Werk ist im Zuge der Übernahme der insolventen Klagenfurter AIK Elektronics im Februar 2003 zur AT&S gekommen. AT&S-Finanzvorstand Harald Sommerer sagte, derzeit sehe man sich noch an, zu welchen Konditionen die Rückführung umgesetzt werden kann. "Es ist nicht leicht, Equipment aus Ungarn herauszubringen", so Sommerer.

Im Klagenfurter Werk würden laut Sommerer durch die Rückführung der in Ungarn ausgelagerten Prozesse zusätzlich 30 Arbeitsplätze entstehen. In Klagenfurt beschäftigte AT&S zuletzt 127 Mitarbeiter. Für die Vereinigung der Produktion in einem Haus sprechen auch logistische Gründe. Die Effizienz der Produktion werde permanent überprüft. Dabei sei das Management zur Vermutung gekommen, dass die Effizienz noch gesteigert werden könne, sagte Sommerer. Der Standort Klagenfurt habe sich bewährt. "Wir sind andauernd damit beschäftigt, wie wir am Markt schneller werden und die Qualität steigern können."

Das Land Kärnten ist bereit, die Übersiedlung von Teilen der Produktion beim steirischen Leiterplattenproduzenten AT&S von Ungarn nach Klagenfurt finanziell zu unterstützen. Landeshauptmann Jörg Haider und Wirtschaftsreferent Karl Pfeifenberger (beide FPÖ) nannten am Freitag in diesem Zusammenhang einen Betrag von 100.000 Euro. (APA, Der standard, Printausgabe, 18.10.2003)

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