Vor Ausschreibung des Post-Vorstandes

15. Jänner 2004, 15:45
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Headhunter-Suche in der Endphase

Wien - In den nächsten Tagen ist die Neuausschreibung des Vorstandes der Österreichischen Post AG zu erwarten. Die Suche nach einem Headhunter, den die ÖIAG am 29. September ausgeschrieben hat, sollte eigentlich schon vergangene Woche abgeschlossen sein, bisher gibt es aber noch keinen Zuschlag. Unter sieben bis acht Bewerbern, wie es heißt, soll auch der Personalberater Egon Zehnder sein, der unter anderem im Jahr 2000 bei der Auswahl des neuen ÖIAG-Aufsichtsrates mitgewirkt hat.

Ausgeschrieben soll wieder ein Vierervorstand werden, doch werden nur zwei vakante Positionen nachbesetzt, verlautet aus einschlägigen Kreisen: Jörn Kaniak, der in Pension gehen möchte und Josef Halbmayr, der seine Funktion im heurigen Sommer freiwillig zurückgelegt hat. Nicht ausgetauscht werden sollen Generaldirektor Anton Wais und dessen Stellvertreter und Finanzchef Rudolf Jettmar werden, deren Fünfjahresverträge bis Mitte 2004 laufen.

Sechsmonatige Kündigungsfrist

Da dennoch eine sechsmonatige Kündigungsfrist einzuhalten ist, muss eine Entscheidung über die Nachbesetzungen noch vor Jahresende 2003 fallen. Zuvor ist eine 37-tätige Ausschreibungsfrist einzuhalten.

Bei der Post ist nach der Entschärfung des Privatisierungsauftrages eine Art Burgfrieden eingekehrt. Die Belegschaftsvertretung hat sich damit abgefunden, dass das Unternehmen auf die Totalliberalisierung des europäischen Postmarktes bis 2006 vorbereitet werden muss. Es wird davon ausgegangen, dass dann das letzte staatliche Monopol der Briefbeförderung bis 50 Gramm Sendungsgewicht, dem freien Wettbewerb geöffnet wird.

Standalone-Variante

Interne Planungen gehen davon aus, dass die Post in den kommenden Jahren steigende Ergebniskennzahlen (Ebit-Margen) erreichen kann und 2006 in die Gewinnzone kommen wird. Unter diesem Aspekt, so hofft jedenfalls die Personalvertretung, könnte der Eigentümer eine Standalone-Variante bevorzugen. Diese war in der Nachbesserung des Privatisierungsauftrages der Bundesregierung als Alternativüberlegung zur Suche eines strategischen Beteiligungspartners gefasst worden, nachdem das öffentlich bekundete Interesse der Deutschen Post am kleinen österreichischen Bruder zu Streikdrohungen der Personalvertretung geführt hatte.

Die verbesserte wirtschaftliche Situation der Post ergibt sich zum einen aus den Personaleinsparungen. Heuer verringert sich der Personalstand um 1.700 Vollzeitkräfte auf rund 28.000, im kommenden Jahr ist laut Post-Sprecher Michael Homola eine gleich hohe Abbaurate geplant, im Jahr 2005 soll der Abbau in einer heute noch nicht genannten Größe weitergehen.

Ab 2004 wird der hohe Investitionsaufwand durch die Automatisierung der Brief- und Paketsortierung großteils abgearbeitet sein und kostenentlastend wirken, heißt es weiters. Als letztes der sechs Verteilzentren in ganz Österreich erfolgte vor kurzem der Spatenstich in Villach, wo auf Landesebene heftig mit dem Alternativstandort Klagenfurt gerungen wurde. Darüber hinaus arbeitet man bei der Post derzeit an einem Konzept, um die Umsatzeinbußen aus der Liberalisierung und der elektronischen Nachrichtenübermittlung abzufangen. Dazu sei an neue Produkte im Schalter- und Logistikdienst, bei Paketen und in der Finanzdienstleistung gedacht.(APA)

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