Neues Diagnoseverfahren für Endometriose

23. Oktober 2003, 11:08
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Symptom: Oft unerklärliche Schmerzen im Unterleib bei Frauen

Münster - Mit einem neuen Diagnoseverfahren können Mediziner der Universitätsklinik Münster die bis dato oft nicht erkannte Endometriose entdecken. Rund fünf bis zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter diesen Wucherungen, die der Schleimhaut der Gebärmutter ähneln und unter anderem an den Eierstöcken und Eileitern, aber auch an Harnblase, Darm oder sogar in der Lunge der auftreten.

Angeregt durch die weiblichen Hormone wachsen die Gewebeinseln zu Herden, Knötchen oder Zysten bis zu einer Größe von neun Zentimetern heran und lösen heftigste Schmerzen aus. Nach Angaben der Experten kann die Endometriose, die häufig auch an ungewollter Kinderlosigkeit schuld ist, nun effektiver diagnostiziert und damit gezielter behandelt werden.

Neue Art der Bauchspiegelung

Die Erkrankung wird mit einer Bauchspiegelung diagnostiziert, bei der bisher aber die Endometriose-Herde mit Entzündungen und Verwachsungen verwechselt oder sogar ganz übersehen werden konnten. Die neue Art der Bauchspiegelung, die derzeit an der Frauenklinik in Münster erprobt werde, werde mit einem Fluoreszenz-Verfahren durchgeführt, das zum Nachweis von Harnblasen- oder Hirntumoren in der Urologie und in der Neurochirurgie bereits etabliert sei.

Statt wie bisher mit weißem werde mit blauem Licht gearbeitet, in dem sich die aktiven Endometriose-Herde leuchtend rot abheben und damit sehr viel deutlicher erkannt werden könnten, berichtete die Universität. Nicht aktive Herde dagegen erschienen eher bräunlich. Die Patientinnen nähmen zehn bis 14 Stunden vor der Bauchspiegelung ein Präparat zu sich, das sich in Gewebezellen einlagere und zu einem Wirkstoff umgebaut werde, der unter Einwirkung von blauem Licht fluoresziere.

Gezielte Beseitigung

Die Unterscheidung sei für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig. Denn nun könnten im Rahmen einer Bauchspiegelung die Endometriose-Herde gezielt abgetragen werden. Mehr als 100 Frauen seien bereits auf diese Weise untersucht worden, hieß es in der Mitteilung. Bis sich das Verfahren allerdings als Routine durchgesetzt haben werde, könnten noch bis zu fünf Jahre vergehen. Derzeit sei die Untersuchung neben Münster noch in Lübeck und Aachen möglich. (APA/AP)

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