FC Kärnten trauert vergebener Chance nach

27. Oktober 2003, 16:18
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Trainer Haubitz fordert nun volle Konzentration auf die Meisterschaft

Klagenfurt - Der FC Kärnten ist auch im dritten Anlauf auf die zweite Hauptrunde des UEFA-Cup gescheitert. Wohl auch deshalb, weil zum dritten Mal im Heimspiel kein Tor gelungen ist. Das 1:2 von Rotterdam war eine gute Ausgangsposition, auch die Chancen waren da. Aber sie wurden entweder vergeben oder von Feyenoord-Tormann Zoetebier zunichte gemacht. "Ein Unentschieden hätten wir uns auf jeden Fall verdient", resümierte Hannes Haubitz nach der 0:1-Niederlage im Rückspiel am Donnerstag.

Dünne Kreativ-Abteilung

"Da war mehr drinnen", stellte Manager Günter Hafner fest. "Aber es hätte ein Tor gelingen müssen. Dann hätte Feyenoord mehr tun müssen, als in der zweiten Hälfte." Einsatz, Bereitschaft und Zweikampfverhalten stimmten, so wie es der Trainer gefordert hatte. Aber es zeigte sich, dass in der Kreativabteilung die Personaldecke sehr dünn ist. Hota war allein auf weiter Flur. Die Hoffnung mit hohen Bällen bei Standardsituationen erfüllte sich ebenfalls nicht. Da ging der verletzte Maric als kopfballstärkster Angreifer an allen Ecken und Enden ab.

Bei Distanzschüssen (Höller, Schellander) aber war Zoetebier auf dem Posten. Er war für Hannes Haubitz der Matchwinner. "Ohne Tore aber kann man nicht gewinnen", stellte der Trainer fest. "Die Chancen dazu waren da." Er verwies auf jene von Ambrosius, Bubala (vor der Pause) und Hota (nach dem Seitenwechsel).

Das Kreuz mit der Zusatztribüne

Von den Einnahmen - die Rede ist von 200.000 Euro inklusive Fernsehen - wird dem Verein nicht viel bleiben. Die Hälfte des Nettobetrages geht an die Mannschaft, ein beträchtlicher Teil in die saftige Geldstrafe, von der die UEFA im Zusammenhang mit den Zusatztribünen spricht. Sie werden am Montag wieder abgebaut.

Der UEFA-Cup ist also abgehakt. "Jetzt können wir uns voll auf die Meisterschaft konzentrieren", sagte der Trainer. Am Sonntag ist Mattersburg zu Gast. Ein Spiel, in dem die Punkte doppelt zählen. Bereits ein Unentschieden könnte die Rote Laterne bedeuten (wenn Salzburg gegen Pasching gewinnt). Kogler und Ambrosius, die gegen Feyenoord zur Pause ausgewechselt werden mussten, sind angeschlagen. Mit dem Dänen rechnet der Trainer, über den Einsatz von Kogler (Schlag gegen das Knie) entscheidet der Arzt. Die Alternative heißt Kampel. Auf jeden Fall fehlt neben Maric und Hieblinger (ebenfalls verletzt) der gesperrte Schellander.

Ruhige Fans der Rotterdamer

Die befürchteten Probleme mit den mitgereisten Feyenoord-Fans blieben aus. "Es war wesentlich ruhiger als erwartet", zog der Einsatzleiter der Klagenfurter Polizei Bilanz. Mehr als 1.000 Anhänger waren mit nach Kärnten gekommen. 100 von ihnen hatten laut Information der Polizei keine Eintrittskarten, weil sie bei Feyenoord auf der "Watchlist" stehen. Sie blieben während des Spiels zum überwiegenden Teil in der Innenstadt. Und verhielten sich ruhig, obwohl dem Alkohol kräftig zugesprochen wurde. Nur eine Glasscheibe ging kaputt. (APA)

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    Enttäuschte Kärntner müssen beim Jubeln zusehen.

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