Virus "Swen" zwingt Telekomriesen in die Knie

27. Oktober 2003, 10:22
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Telstra muss für langsame E-Mails zahlen - Kosten in Millionenhöhe drohen

Dem australischen Telekomkonzern Telstra drohen wegen Problemen beim E-Mail-Versand Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe. Seit fast einem Monat erhalten Kunden von BigPond, des größten ISP am fünften Kontinent, ihre E-Mails nur mit ein bis zwei Tagen Verspätung. Der Grund hat den Namen Swen, ist ein Wurm, der Mitte September ausgebrochen ist, und er hat das E-Mail-System der Telstra-Tochter in ein Chaos gestürzt. Einer drohenden Sammelklage möchte Telstra mit einem Nachlass bei den Internet-Gebühren zuvorkommen.

Hintergrund

Die Krise begann genau am 24. September, als Telstra seine E-Mail-Software upgradete, ein Prozess, von dem Kunden normalerweise nichts mitbekommen. "Nachdem wir die Arbeit erledigt hatten, sahen wir, dass die Software einen Bug hatte", sagte Telstra-Sprecherin Kerrina Lawrence. Eine Woche später registrierte der Provider eine ungewöhnliche Zunahme von 20 bis 50 Prozent beim Mail-Verkehr. Der "Schuldige" in Gestalt des Swen-Virus wurde schließlich diese Woche enttarnt.

Klage

Wegen der Verzögerungen überlegen erboste Kunden eine Sammelklage gegen den ISP einzubringen. Ursprünglich wollte Telstra die Beschwerden seiner BigPond-Kunden "von Fall zu Fall" untersuchen. Heute, Freitag, hat sich das Unternehmen aber entschlossen, seinen 1,2 Millionen Kunden eine Gutschrift von zwei Wochen auf ihre Internet-Rechnung anzubieten. Das dürfte das Unternehmen vorerst bis zu 25 Millionen Australische Dollar (rund 15 Millionen Euro) kosten, berichtet AustralianIT.

Wiederholung

Die nunmehrige Entschädigung ist nicht die erste ihrer Art. Bereits vor zwei Jahren hatte Telstra auf mehrere Millionen Australische Dollar an Grundgebühr verzichten müssen, da es zu schweren technischen Problemen mit dem ADSL-Breitbandzugang gekommen war. (pte)

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