HIV-Übertragung auf Säugling verhindern

21. Oktober 2003, 12:35
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Studie: Auch nach der Geburt noch mit Medikamenten weitgehend möglich

London - Auch nach der Geburt lässt sich die Übertragung des HI-Virus von der stillenden Mutter auf den Säugling medikamentös verhindern. US-Forscher untersuchten in dem südafrikanischen Land Malawi mehr als 1.100 Neugeborene, deren HIV-positive Mütter erst innerhalb von zwei Stunden vor der Geburt beim Arzt erschienen waren. Die Babys erhielten unmittelbar nach der Geburt entweder nur das Mittel Nevirapin oder zusätzlich auch das Präparat Zidovudin und wurden nach sechs bis acht Wochen erneut untersucht.

Bei den nach der Geburt HIV-negativen Säuglingen verhinderte die Kombinationstherapie in diesem Zeitraum bei über 92 Prozent eine Infektion mit dem Virus. Unter den Kindern, die lediglich mit Nevirapin behandelt wurden, lag der Prozentsatz bei knapp 88 Prozent. Insgesamt waren bei der Nachuntersuchung 21 Prozent der Kinder, die Nevirapin erhielten, und 15 Prozent der mit beiden Medikamenten behandelten Babys HIV-positiv.

Die US-Forscher empfehlen in der Zeitschrift "The Lancet" die Behandlung für Frauen, die während der Schwangerschaft nicht untersucht und behandelt werden können. Gerade in Afrika südlich der Sahara kommen viele Frauen ohne Wissen ihrer Infektion erst sehr kurzfristig im Kreißsaal an. Die Mediziner empfehlen, die Mütter auf HIV zu testen und bei positivem Befund sofort eine Behandlung mit beiden Medikamenten zu beginnen. (APA/AP)

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