Zwischen sechs und 17 Jahren Haft für drei bosnische Serben

18. Oktober 2003, 20:29
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Wegen Verteibung und unmenschlicher Behandlung vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal angeklagt

Belgrad/Den Haag - Drei bosnische Serben sind am Freitag vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zu Haftstrafen zwischen sechs und 17 Jahren wegen massiver Vertreibung nichtserbischer Bürger aus dem Stadtgebiet von Bosanski Samac sowie ihrer unmenschlichen Behandlung im Sommer 1992 verurteilt worden. Der frühere Bürgermeister von Samac, Blagoje Simic, wurde zu 17 Jahren Haft verurteilt, Miroslav Tadic (Ex-Leiter der städtischen Wohnungsaustauschkommission) und Simo Zaric (früherer städtischer Geheimpolizeichef) wurden zu acht bzw. sechs Jahren Haft verurteilt.

Simic hatte sich dem UNO-Tribunal im März 2001 freiwillig gestellt, Tadic und Zaric waren bereits drei Jahre zuvor festgenommen und an das UNO-Tribunal überstellt worden. Der im September 2001 vor dem Haager Tribunal begonnene Prozess war nach 234 Verhandlungstagen im Juli dieses Jahres abgeschlossen worden.

Die Tribunalsanklage hatte für die drei bosnischen Serben Haftstrafen zwischen 15 und 25 Jahren beantragt. Die Anklage hatte sich ursprünglich auch auf den einstigen Polizeichef in Bosanski Samac, Stevan Todorovic, bezogen. Er hatte im Dezember 2000 für schuldig plädiert und war danach zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden, welche er zur Zeit in Spanien verbüßt. (APA)

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