Erhaltung der Raufußhühner

24. Oktober 2003, 15:04
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Bundesforste schließen Schutzprojekt ab - Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Lebensräume umgesetzt

Wien - Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) haben ihr seit 1999 laufendes Schutzprojekt zur Erhaltung der Raufußhühner - Hasel-, Auer-, Birk- und Schneehuhn - in dieser Woche abgeschlossen. Dabei wurden, basierend auf einer Studie der Universität für Bodenkultur (BOKU) - Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung ihrer Lebensräume umgesetzt. Damit sei der langfristige Bestand dieser Vögel in der Alpenrepublik gesichert, so ÖBf-Vorstand Georg Erlacher in einer Aussendung.

Die Familie der Raufußhühner zählt zu den interessantesten, aber auch scheuesten Tieren. Sie leben in Wäldern und im Waldgrenzbereich, vor allem in höheren und kalten Lagen. Ihr Name kommt von den dicht befiederten, mit stiftförmigen Horngebilden versehenen Füßen, die im Winter wie eine Schneehaube wirken. Die Vögel sind optimal an das harte Winterklima angepasst - etwa durch ihre dichten, wärmeisolierenden Unterdaunen und Federn rund um die Nasenlöcher.

Gefährdeter Bestand

Der Bestand der Vögel ist im gesamten mitteleuropäischen Raum gefährdet, in manchen Regionen sind sie bereits verschwunden. Hauptursache dafür sind die Eingriffe des Menschen in das Wald- und Ökosystem, die den Lebensraum der Vögel in den vergangenen Jahrzehnten deutlich reduziert haben. Intakte Habitate finden sich vor allem im Alpenraum. Eine Studie der BOKU zeigte deutlichen Handlungsbedarf. Auf dieser Grundlage haben die Bundesforste im Jahr 2000 einen Aktionsplan zur Rettung der Raufußhühner erstellt.

Zunächst wurden in den einzelnen Forstbetrieben Kerngebiete festgelegt, die für Balz, Brut und Jungenaufzucht besonders wichtig sind. Hier hat der Schutz der Raufußhühner absolute Priorität und alle forstlichen Arbeiten werden an diesem Ziel orientiert. In der Balz- und Brutzeit, also zwischen März und Juli, werden in den Kerngebieten Forstarbeiten weitestgehend vermieden. Auch die waldbauliche Planung achtet darauf, optimale Lebensbedingungen für die "Raubeine" zu garantieren.

Nistplätze des Birkhuhns gefährdet

Aber auch durch Straßenerschließung hoher Berglagen, durch Skitouren und den Ausbau von Skianlagen sind vor allem die Nistplätze des Birkhuhns gefährdet. Die Bundesforste vermeiden daher auf ihren Flächen mit Birkhuhn-Bestand weitgehend derartige Anlagen. Gesucht wurde auch die Zusammenarbeit mit der Jagd: Zusammenhängende Lebensräume, die über Reviergrenzen hinausgehen, wurden deshalb berücksichtigt. (APA)

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    Die Nistplätze des Birkhuhns sind gefährdet.

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