Stammgäste und Festival-Neulinge

24. Oktober 2003, 12:48
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"Traum und Wirklichkeit" als Motto der "Resonanzen 2004"

Wien - "Ist mír mîn lében getróumèt, óder íst ez wár?" , fragte sich um das Jahr 1227 der Minnesänger Walther von der Vogelweide. "Traum und Wirklichkeit" lautet auch das Motto des Festivals Alter Musik, der "Resonanzen 2004" (17. - 25. Jänner) im Wiener Konzerthaus. Träume und Albträume, das verlorene Paradies, Flucht aus der Gegenwart und Hoffen auf die Zukunft sind einige der musikalisch thematisierten Aspekte. Mit dabei sind heuer die Festival-Debütanten Les Arts Florissants unter William Christie, Cantus Cölln, Accademia Bizantina und Accentus Austria. Zu den Stammgästen gehören hingegen schon Jordi Savall mit seinen beiden Formationen sowie das Ensemble Accordone.

"Visonen der Erlösung" und "Mysterienspiel"

Das Eröffnungskonzert dirigiert ein Leitstern der Alten Musik: Jordi Savall mit La Capella Reial de Catalunya und Hesperion XXI: "Visonen der Erlösung" heißt der Abend (17. 1.). Am Programm stehen Werke der Barockkomponisten Samuel Scheidt und Marc-Antoine Charpentier. Vielversprechend ist auch das folgende Konzert "Mysterienspiel" mit dem Ensemble Ars Antiqua Austria, das eines der faszinierendsten Werke der Violin-Literatur aufführen wird, die Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber. Burgschauspieler Martin Schwab liest dazu Texte von Angelus Silelsius (18. 1. und Ergänzungskonzert am 25. 1.).

Cantus Cölln unter der Leitung von Konrad Junghänel musizieren unter dem Motto "Ahnenforschung" geistliche Kantaten, Arien, Lamenti und Motetten von Johann Christoph Bach, Johann Michael Bach, Johann Bach und Johann Sebastian Bach (18. 1.). "Albträume der Vergangenheit" präsentiert Bassist Harry van der Kamp mittels Musik von Antonio Caldara, Alessandro Stradella, Gregorio Strozzi und Johann David Heinichen (19. 1.). Mit katalanischen und mallorquinischen Volksgesängen sowie spanischer Orgelmusik des 16. und 17. Jahrhunderts wird Accentus Austria unter der Leitung von Thomas Wimmer in die "Misteris de Dolor" einführen (20.1.).

Zwischen Himmel, Erde und der verlorenen Zeit

Das Gambenkonsort Labyrinto bietet "Musicall Humors & Poeticall Musicke" von u.a. Tobias Hume (21. 1. ). Les Cornets Noirs führen "Zwischen Himmel und Erde" mit Musik von u.a. Giovanni Legrenzi und Claudio Monteverdi (22. 1.). "Das neue Arkadien" verheißt die Accademia Bizantina mit dem Countertenor Andreas Scholl. Zur Aufführung kommen Werke von u. a. Arcangelo Corelli, Alessandro Scarlatti und Antonio Vivaldi. "Canti es Incanti" nennt das beliebte Ensemble Accordone sein diesjähriges Programm und serviert zum traditionellen Essenskonzert italienische "Frottole". Dabei handelt es sich um eine Liedform von 1500, die sich aus Volksgesängen zu höfischer Kunstfertigkeit entwickelte.

"Auf die Suche nach der verlorenen Zeit" begibt sich im Abschlusskonzert William Christie mit Les Arts Florissants. Die Kammeropern "La Descente d'Orphee aux Enfers" und "Les Arts florissants" von Marc-Antoine Charpentier werden halbszenisch aufgeführt (25. 1.). (APA)

Festival "Resonanzen 2004", 17. 1. bis 25. 1. 2004 im Wiener Konzerthaus, Lothringerstr. 20, 1037 Wien

Tel: 01-242002, Info-Line: 0124200100
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