Sun Microsystems weiter tiefrot

22. Oktober 2003, 11:17
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Verlust von 286 Millionen Dollar - Kündigungen will man erst aussprechen, wenn ein positiver Cash-flow mittelfristig nicht erreicht wird

Santa Clara/New York - Das amerikanische Computer- und Softwareunternehmen Sun Microsystems Inc. ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2003/2004 wegen weiter fallender Umsätze tief in der Verlustzone stecken geblieben.

Das Unternehmen wies in dem am 28. September beendeten Dreimonatsabschnitt rote Zahlen von 286 Millionen Dollar (246 Mio Euro) aus, gegenüber einem Verlust von 111 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit.

Vier Cent pro Aktie

Der Verlust pro Aktie betrug neun (vier) Cent, während die Wall Street mit acht Cent Minus je Aktie gerechnet hatte. Der Quartalsumsatz schrumpfte um acht Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.

Sun Microsystems bietet Unternehmen große Rechner und Software an, mit denen sie ihre Online-Operationen betreiben können. Die Gesellschaft befindet sich mit ihren Servern, Speicherprodukten und ihrer Software in hartem Konkurrenzkampf mit Firmen wie IBM, Hewlett- Packard und Dell. Sun hat in den letzten Jahren besonders stark unter der schwachen Nachfrage der Unternehmen nach Technologieprodukten und unter billigeren Konkurrenzerzeugnissen gelitten.

Vorerst keine Kündigungen

Trotz steigender Verluste will Sun an ihrer Strategie festhalten und plant keine größeren Einschnitte beim Stellenplan. CFO Steve McGowan erteilte während einer Telefonkonferenz mit Analysten am Donnerstag entsprechenden Forderungen der Branchenbeobachter eine Absage. Erst wenn sich zeige, dass nachhaltige Rentabilität und positiver Cash-Flow mittelfristig nicht erreichbar seien, werde Sun die erforderlichen Schritte zur Sicherung des Konzerns unternehmen, sagte McGowan im Anschluss an die Veröffentlichung der Erstquartalszahlen 2003/04.

Sun Micro erreichte mit einem Ergebnis je Aktie von minus 0,08 USD die Schätzungen der Analysten. Allerdings hatte der Computerhersteller den Markt darauf am Tag nach dem Ende des Quartals mit einer Gewinnwarnung vorbereitet. Bis dahin hatten die Beobachter mit einem Fehlbetrag von 0,02 USD kalkuliert. Mit acht Prozent Umsatzminus verbuchte Sun zum zehnten Mal in Folge einen Rückgang. Acht Quartale davon wurden mit Verlust beendet. Neben dem allgemeinen Abschwung sei das Ergebnis von Sun durch die niedrigpreisigen Angebote der Wettbewerber betroffen worden. Das Unternehmen wies einen negativen Cash-Flow von 49 Mio USD für das erste Quartal aus.

Sun-CEO Scott McNealy sagte, er wisse, dass Sun wachsen müsse. Allerdings habe das Unternehmen positive Rückmeldungen von Kunden, besonders auf die jüngst eingeführten niedrigpreisigen Computer. Davon sei in nächster Zeit viel Schwung für das Unternehmen zu erwarten. (APA/dpa)

  • Sun kommt nicht aus der Verlustzone - Die Hoffnung auf viel Schwung in der nächsten Zeit bleibt
    montage: derstandard.at

    Sun kommt nicht aus der Verlustzone - Die Hoffnung auf viel Schwung in der nächsten Zeit bleibt

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