Bush traf Schwarzenegger

19. Oktober 2003, 17:52
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Freundschaftliche Atmosphäre - Frisch gewählter Gouverneur: Keine "Einkaufsliste" für Kalifornien präsentiert

Washington/Los Angeles - Das erste Zusammentreffen von US-Präsident George W. Bush mit dem zum kalifornischen Gouverneur gewählten Filmstar Arnold Schwarzenegger seit den Recall-Wahlen vor zehn Tagen ist in überaus freundschaftlicher Atmosphäre verlaufen. Konkrete Ergebnisse wurden nach dem halbstündigen Gespräch am Donnerstag in Riverside aber keine verlautbart. Schwarzenegger betonte, er habe keine "Einkaufsliste" von Forderungen präsentieren wollen. Bush unterstrich die guten Beziehungen mit dem republikanischen Parteifreund und witzelte über Gemeinsamkeiten mit dem erfolgreichen gebürtigen Österreicher.

Unmittelbar nach seinem Sieg bei den Recall-Wahlen am 7.Oktober hatte Schwarzenegger angekündigt, Washington könne viel für Kalifornien tun. Kalifornien zahle mehr an Steuern als es an Leistungen zurückbekomme. Beim heutigen Gespräch sei es aber darum gegangen, einander kennen zu lernen und eine "Beziehung voll gegenseitigen Vertrauens" aufzubauen, so der designierte Gouverneur. Sowohl Kalifornien als auch die USA haben mit Rekord-Budgetdefiziten zu kämpfen. Das kalifornische Defizit beläuft sich auf 38 Mrd. Dollar (32,7 Mrd. Euro).

Popularitätstief

"Wir lieben beide unser Land", sagte US-Präsident Bush. Schwarzenegger werde ein großartiger und guter Gouverneur Kaliforniens sein, drückte er seine Zuversicht über die künftige Amtsführung aus. "Ich bin glücklich, dass ich ihn als meinen Freund bezeichnen kann". Bei einem gemeinsamen Auftritt wurden die beiden Republikaner von der Menge bejubelt. Anschließend flog Bush nach Asien weiter, wo er unter anderem am APEC-Gipfel teilnehmen wird. Bis zur formellen Angelobung Schwarzeneggers ist noch der Demokrat Gray Davis im Gouverneursamt.

Beobachter sehen das Treffen von Bush und Schwarzenegger als ersten Schritt zu einer engeren Beziehung zwischen Kalifornien und dem Weißen Haus. Der US-Präsident, der sich in einem Popularitätstief befindet, könnte versuchen, von der Beliebtheit des Filmstars und dessen Image als "starker Mann" zu profitieren. Weiters könnte der Wahlsieg Schwarzeneggers den Republikanern in Kalifornien im Hinblick auf die nächsten Präsidentschaftswahlen 2004 neuen Auftrieb geben. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 hatte der demokratische Kandidat Al Gore die 55 Wahlmänner des bevölkerungsstärksten Bundesstaats klar gewonnen, obwohl Bush viel in den Wahlkampf investiert hatte. (APA)

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