US-Zeitungshäuser melden leichten Gewinnrückgang im Quartal

23. Oktober 2003, 20:36
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Wegen steigender Druckpreise - Anzeichen für die lang ersehnte Erholung des Werbemarktes im September

Die US-Zeitungshäuser New York Times Co und Tribune Co haben wegen steigender Druckpreise im dritten Quartal einen leichten Gewinnrückgang verbucht. Im September mehrten sich aber die Anzeichen für die lang ersehnte Erholung des Werbemarktes.

Der drittgrößte US-Zeitungsverlag Tribune Co, der Zeitungen wie "Los Angeles Times" oder "Chicago Tribune" herausgibt, wies im abgelaufenen Quartal einen Rückgang beim operativen Gewinn von 2,5 Prozent auf 314 (Vorjahr 322) Mio. Dollar (270 Mio. Euro) aus, wie der Verlag am Donnerstag bekannt gab. Der Umsatz stieg leicht auf 1,39 (1,34) Mrd. Dollar. Bei der New York Times Co fiel der Gewinn sogar um 15 Prozent auf 50,1 Mio. Dollar, obwohl die Umsätze um 4,1 Prozent auf 759 Mio. Dollar zulegten. Positiv werteten die Analysten hier vor allem den Anstieg der Werbeeinnahmen im September, die 2,4 Prozent kletterten.

"Die Einnahmen waren im Juli und August noch rückläufig, stiegen aber im September. Das ist ein gutes Zeichen, dass die Dinge vorwärts gehen bei der Times", sagte Edward Atorino, Analyst bei Blaylock & Partners. Für das Gesamtjahr erwartet der Verlag "New York Times" ein Wachstum der Werbeeinnahmen zwischen zwei und vier Prozent.

Sinkende Werbeumsätze

Seit zwei Jahren kämpfen die Zeitungsverlage weltweit mit sinkenden Werbeumsätzen, weil Stellen- und Rubrikenanzeigen ins Internet abwandern und sich Unternehmen wegen der schwachen Konjunktur mit Anzeigenkampagnen zurückhalten. Die Experten halten Ausschau nach Anzeichen für einen Aufschwung des US-Werbemarktes, der dann auch den europäischen Werbemarkt mit sich ziehen soll.

Anfang der Woche hatten schon der führende US-Zeitungsverlag Gannett Co ("USA Today") und Dow Jones & Co ("Wall Street Journal") über steigende Werbeeinnahmen im September berichtet. "Wir sind zwar ermutigt von dem, was wir als anfängliche Zeichen für eine Erholung des Werbemarktes deuten, aber wir hinken immer noch hinter dem hinterher, was wir beim Werbevolumen und beim Gewinn als ein normales Jahr bezeichnen würden", hatte Dow-Jones-Chef Peter Kann erklärt.(APA/Reuters)

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