Psychodrama trifft Drehbuchbasteln

19. Oktober 2003, 19:38
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Drehbuchforum lädt zu Seminar am Wochenende

Wien - Weil Grübeln eben nervt und Analysen zähe Arbeit sind, haben Alternativen immer mal Konjunktur: Im Kreativbereich breitet sich die Technik des "Aufstellens" aus. Die Methode der "systemischen Familienaufstellung", bekannt geworden vor allem durch ihren umstrittenen deutschen Protagonisten Bert Hellinger, boomte zuerst in der psychotherapeutischen Szene.

Das Drehbuchforum Wien bietet nun kommendes Wochenende (18./19.10.) bereits zum dritten Mal ein Seminar "Drehbuchaufstellung auf dramaturgischem Fundament" (DDF) an. Für die "DDF-Methode" wurden die psychotherapeutischen Konzepte der systemischen Familienaufstellung den Bedürfnissen von DrehbuchautorInnen angepasst.

"Während man bei der therapeutischen Familienaufstellung nach Lösungen von Konflikten sucht, sucht man bei der Drehbuchaufstellung nach den stärksten Spannungsmomenten", erläutert Annemarie Komosny (Lebensberaterin, Trainerin, Coach), die gemeinsam mit Jochen Bitzer (Drehbuchautor, Scriptdoctor, Dramaturg und Stoffentwickler) das Seminar leitet. Der wesentliche Unterschied zu anderen dramaturgischen Drehbuch-Methoden läge darin, dass die emotionalen Dimensionen der Geschichte unmittelbar erlebt werden.

Lockerungsübungen

Die Vorgehensweise: Nach einer Analyse der aktuellen Arbeitssituation des Autors wird das Drehbuch im Raum dargestellt. Teilnehmer des Workshops repräsentieren die verschiedenen Charaktere der Geschichte, aber je nach Bedarf auch andere Aspekte des komplexen Systems Drehbuch: den Autor, das Publikum, selbst abstrakte Kategorien wie z.B. den Konflikt. Erwünschte und unerwünschte Spannungsbezüge zeigen sich unmittelbar. Verborgene Schwächen, Stärken und verdeckte Qualitäten werden sichtbar, können dadurch entsprechend genutzt und der Stoff schon während des Workshops weiterentwickelt werden.

Teilnehmen können Drehbuchautoren, Schriftsteller, Produzenten und Dramaturgen, aber auch Interessenten, die keinen eigenen Stoff mitbringen, die Methode kennen lernen und ihr Wahrnehmungsspektrum erweitern wollen. Voraussetzungen für eine Aktivteilnahme ist die aktuelle Arbeit an einem Projekt, unabhängig in welcher Phase: Expose, Treatment, zwischen zwei Drehbuchfassungen oder vor Abschluss der Regiefassung. Die Kosten betragen für Passivteilnehmer 60 Euro, für Aktivteilnehmer 250 Euro (bei mehrmaliger Teilnahme 190 Euro). Ohne Umsatzsteuer. (APA)

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