Brasilien und Argentinien machen Schuldenzahlung von Soziallage abhängig

19. Oktober 2003, 17:52
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"Konsens von Buenos Aires": Rückzahlung der Reduzierung der Armut untergeordnet

Buenos Aires - Brasilien und Argentinien wollen künftig die Rückzahlung ihrer Außenschulden von der sozialen Lage in den beiden größten Ländern Südamerikas abhängig machen. Diese Maßnahme ist Teil des so genannten "Konsens von Buenos Aires", den die Staatschefs der beiden Länder nach amtlichen Angaben aus der argentinischen Hauptstadt noch am Donnerstag unterzeichnen wollten. Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva traf sich am Vormittag zu Beginn seines Besuchs in Buenos Aires mit seinem Amtskollegen Nestor Kirchner.

Konsens

Im "Konsens von Buenos Aires" wollen Brasilien und Argentinien den Angaben zufolge die Schuldenrückzahlung dem wirtschaftlichen Wachstum ihrer Länder, der "Schaffung von Reichtum und Arbeitsplätzen" sowie der "Reduzierung der Armut" unterordnen. Außerdem sollten die Bildung, die Gesundheit sowie eine dauerhafte Politik für wirtschaftliche und soziale Entwicklung gefördert werden.

Brasilien und Argentinien haben mit 191 beziehungsweise 175 Milliarden US-Dollar die größten Außenverbindlichkeiten unter den Ländern der so genannten Dritten Welt. Argentinien bedient die Schulden bei Privatanlegern schon seit Januar vergangenen Jahres nicht mehr. Das Land löste damit den größten Zahlungsausfall der jüngeren Finanzgeschichte aus. (APA/dpa)

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    Nestor Kirchner und Lula da Silva im politischen Gleichklang

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