Mehr Schutz bei Fremdwährungen

26. Oktober 2003, 20:24
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Finanzmarktaufsicht nimmt Banken ins Visier

Die heimische Börsenpolizei FMA (Finanzmarktaufsicht) richtet ihre Scheinwerfer jetzt auf Fremdwährungskredite und endfällige Kredite mit Tilgungsträgern (Fonds und fondsgebundene Lebensversicherungen). Einerseits sollen die Banken künftig verstärkt Bonitätsprüfungen der Kreditkunden durchführen sowie höhere Sicherheitsreserven für Kurs-, Zins- und Marktschwankungen bilden. Andererseits sollen sie bessere Systeme zur laufenden Überprüfung der Tilgungsträger und der Kredite selbst einführen. Denn, das ergab eine Studie gemeinsam mit dem großen Warner vor Fremdwährungskrediten, der Nationalbank, dieses Risikomanagement fehle bei den heimischen Banken oder sei - im besten Fall - mangelhaft.

Die Nationalbank hatte ja die Banken zuletzt eindringlich vor Klumpenrisken bei ihren Fremdwährungskrediten gewarnt und diese Art der Finanzierung als "Währungsspekulation" bezeichnet. Zur Erinnerung: Fast 300.000 Österreicher haben Fremdwährungskredite in Franken oder Yen, weil sie dort niedrigere Zinsen zahlen und sich eine Chance auf Währungsgewinne erhoffen.

Mindeststandards

Die FMA hat aus den in der Studie nun festgestellten Mängeln innerhalb der Banken Mindeststandards erstellt, die als Richtschnur für die Sorgfaltspflicht der Bankenchefs stehen. Als Hebel zur Durchsetzung dient die Sorgfaltspflicht laut Bankwesengesetz (BWG). Verstöße werden somit nach dem BWG ahndbar. Um weitere Handhabe bei Problemen zu erhalten, hat die FMA dem Finanzministerium auch einen Forderungskatalog übermittelt, wie Verbraucherschutzbestimmungen in das Bankwesengesetz integriert werden könnten. Denn, so die FMA, auf Kundenseite fehle vielfach das Risikobewusstsein für solche Kredite. (DER STANDARD Printausgabe, 17.10.2003, kbau)

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