Austria schied zufrieden aus

17. Oktober 2003, 16:04
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Dortmund entfernte die Austria aus Europa, die findet das okay

Dortmund - Die Wiener Austria verabschiedete sich von Dortmund und dem UEFA-Cup mit einer 0:1-Niederlage, Lars Ricken, der schon beim 2:1-Sieg der Borussen im Happel-Stadion genetzt hatte, erwies sich zum zweiten Mal als Malheur für der Wiener. Auf die gescheiterte Champions-League-Kampagne der Favoritner (gegen Marseille) folgte somit das unmittelbar anschließende Aus in UEFA-Cuprunde eins. Eine große Tragik ist das alles nicht, sagen zumindest die am Verteilerkreis maßgeblichen Kräfte.

Stronach: "Das beste Spiel, seit ich bei der Austria bin"

Deren einhelliger Tenor nach dem Dortmund-Spiel lautete so: Nachdem man nunmehr in Europa eindrucksvoll seine Spuren hinterlassen hat, könne man sich jetzt endlich wieder einzig und allein dem Lieblingswettbewerb widmen: der österreichischen Meisterschaft. Mäzen Frank Stronach sah "das beste Spiel, seit ich bei der Austria bin". Vizepräsident Andreas Rudas attestierte "gute Kombinationen", Trainer Joachim Löw unterstellte seiner Mannschaft gar, dass sie "das Spiel bestimmt" habe.

Eine kühne Interpretation des im Westfalenstadion Geschehenen. Zumindest im Empfinden von Menschen, die akzeptieren, dass ein Fußballspiel neunzig Minuten dauert, und finden, dass die Leistung einer Mannschaft über eben jenen Zeitraum beurteilt werden sollte. Die viel zitierte Austria-Herrlichkeit beschränkte sich auf die ersten zehn sowie die ersten zwanzig Minuten nach der Pause: als Dundee, Dospel und Rushfeldt gute Einschussmöglichkeiten vorfanden und die Austria es tatsächlich für kurze Zeit schaffte, die Dortmunder in deren Hälfte zurückzudrängen. Für den Rest der Zeit boten die Wiener dasselbe ideenlose Gekicke wie im Hinspiel, während sich die Dortmunder nach dem frühen Führungstreffer auf das Nötigste beschränkten und es sich sogar locker leisten konnten, eine Hand voll Sitzer zu vergeben.

Löw: "Vorn fehlt uns einfach die Konsequenz"

Joachim Löws Lesart des Spiels beeinträchtigte das alles nicht - nach seiner Fasson hätte es lediglich am Abschluss gemangelt, seinen Stürmern unterstellte er mangelnde Kaltschnäuzigkeit: "Vorn fehlt uns einfach die Konsequenz."

Als Ziel für diese Saison bleiben der Austria jetzt notgedrungen nur mehr Cup und Meisterschaft. Immerhin. Torwart Joey Didulica, der in Dortmund eine ansprechende Leistung bot, spricht es aus: "Wir haben eine Mannschaft, die in Österreich jedes Spiel gewinnen kann." (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 17. Oktober 2003, sjk, APA)

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    Zufriedene Gesichter, Teil eins: Trainer Joachim Löw (re)

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    Zufriedene Gesichter, Teil zwei: Ivica Vastic (li) und Michael Wagner.

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