Tunesien: Menschenrechtsanwältin Nasraoui im Hungerstreik

20. Oktober 2003, 12:25
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Will ihre Würde verteidigen - Politische Polizei dürfe ihre Klienten nicht mehr einschüchtern

Tunis/Genf - Die tunesische Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Radhia Nasraoui hat einen Hungerstreik begonnen, wie sie am Donnerstag in Tunis mitteilte. Damit will sie ihre Würde als Anwältin und Bürgerin verteidigen. Nasraoui fordert, dass die politische Polizei Tunesiens aufhört, ihre Klienten einzuschüchtern. Weiter soll die Polizei die Überwachung ihrer Kanzlei, ihrer Wohnung, ihrer Telefongespräche und Post einstellen. Die am Flughafen von Tunis beschlagnahmten Dokumente ihrer Klienten im Ausland verlangt Nasraoui zurück.

Justiz gefordert

Von den Justizbehörden erwartet die Menschenrechtsanwältin, dass diese ihren wegen physischer Aggressionen durch die politische Polizei sowie wegen Verwüstung ihrer Kanzlei eingereichten Klagen Folge leisten.

Nasraoui befand sich bereits Mitte vergangenen Jahres 37 Tage im Hungerstreik, als sie die Freilassung ihres Ehemannes, des Oppositionellen Hamma Hammami, forderte. Hammami wurde schließlich im Oktober 2002 auf Bewährung freigelassen. (APA/sda)

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