Rückkehr ohne Zigarette

19. Oktober 2003, 20:20
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Grünen-Chef Van der Bellen ist wieder gesund - und Nichtraucher - Darauf ansprechen sollte man ihn aber nicht - Mit Kommentar

Wien - Drehte sich das Gespräch um seinen exzessiven Zigarettenkonsum, dann bemühte Grünen-Chef Alexander Van der Bellen gern ein Zitat von Mark Twain. "Es kann nicht so schwer sein. Ich habe es schon hundert Mal geschafft." Jetzt es wieder einmal so weit: Van der Bellen hat dem Glimmstengel entsagt. Der Grund: Ein ganzes Jahr hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Und das mitten in Landtagswahlschlachten und Regierungskrisen. Seine wiederholten Abwesenheiten hatten bereits zu Nachfolgespekulationen geführt, die noch anhalten.

Ernte 23, Players Navy Cut waren seine Marken. Früher hat er alles geraucht, auch selbst gedrehte. Über die gesundheitlichen Nachteile war er sich immer schon im Klaren. In einem STANDARD-Gespräch 1999 meinte er aber noch: "Wenn ich trainiert auf den Berg gehe, habe ich genauso viele oder wenige Schwierigkeiten wie ein untrainierter Nichtraucher." Dem Parlamentsbeschluss letzten Juli für die neuen Warnhinweise auf Zigarettenpackerln blieb er aus Protest fern. Doch manchmal wird auch der heftigste Kettenraucher eines Besseren belehrt. Im September musste sich der 59-Jährige wegen einer entzündlichen Ausbuchtung am Dickdarm ins Spital gegeben. Aus dem Routineeingriff wurde ein 18-tätiger Krankenhausaufenthalt. Jetzt ist er wieder gesund - und abstinent. Aber ansprechen sollte man ihn auf die neu gewonnene Nikotinfreiheit lieber nicht. Denn darauf reagiert der Herr Universitätsprofessor angeblich ziemlich grantig. (pm, mon/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.10.2003)

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    Alexander Van der Bellen, Nichtraucher

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