Boxlegende Laci Papp verstorben

18. Oktober 2003, 15:45
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Ungarn: Weltbester Mittelgewichts-Amateur und Profiboxer aller Zeiten starb im Alter von 77 Jahren nach langem schweren Leiden

Wien/Budapest - Laszlo Papp, die ungarische Box-Legende mit dem besonderen Nahverhältnis zu Wien und zu Österreich, ist am Donnerstag in Budapest im Alter von 77 Jahren gestorben. Laci, wie er stets von seinen zahlreichen Fans genannt wurde, war in seiner erfolgreichen Karriere der erste dreifache Olympiasieger im Boxen (1948 in London, 1952 in Helsinki, 1956 in Melbourne), was ihm seither nur die kubanischen Ausnahmekönner Teofilo Stevenson und Felix Savon gleich taten.

Papp, der sich schon vor einiger Zeit in den Ruhestand zurückgezogen hatte und von schweren gesundheitlichen Problemen geplagt war, war 1957 ins Profilager gewechselt. Er war damit der erste Boxer des damaligen Ostblocks, der seinen Sport als Beruf ausüben durfte. Gemeinsam mit Fußball-Legende Ferenc Puskas wurde er in Ungarn zum "Jahrhundertsportler" gekürt.

Bester Amateurboxer aller Zeiten

Der am 25. März 1926 in Budapest geborene Arbeitersohn war ohne Zweifel einer der besten Amateurboxer aller Zeiten. 340 Kämpfe bestritt er nach dem Krieg und 328 davon beendete er als Sieger. Zu seinen besonderen Ruhmestaten zählten die EM-Titel von 1949 in Oslo (Mittel) und 1951 in Mailand (Superwelter) und natürlich seine drei olympischen Goldmedaillen. Die erste 1948 im Mittelgewicht, die zwei weiteren 1952 und 1956 jeweils im Superwelter.

Nach Melbourne war er so berühmt, dass sich sogar das eben wieder installierte KP-Regime in Ungarn gezwungen sah, über den eigenen Schatten zu springen und ihm wegen seiner Verdienste eine Ausnahmegenehmigung zum Übertritt ins damals verpönte Lager der Berufssportler zu erteilen.

Erfolgreiche Profikarriere

Papp dankte es durch seine Erfolge vielfach. Seine ersten drei Profikämpfe in Deutschland gingen zwar als glanzlose Punktesiege in die Annalen ein, aber nach einem Jahr Pause kam er unter dem Management des Wiener Juweliers Rudolf Pachmann und unter der erfahrenen Hand seines Trainer Sigi Adler wieder. 1958 begann er in Wien mit einem k.o.-Sieg über Hugo Köhler seine große Profikarriere. An jenem Ort, wo er diese am 9. Oktober 1964 mit einem Punkteerfolg über Mick Leahy als Europameister auch beendete. Da war er 38 und das Regime, das offenbar fürchtete, er könnte vielleicht doch einmal verlieren, rief ihn zurück.

Ungeschlagener Abtritt

Verlieren war jedoch für Laci im Verlauf seiner gesamten Profi-Karriere ein Fremdwort. In 29 Kämpfen erreichte er 27 Siege und zwei Unentschieden, zwischen 1958 und 1964 war er allein 13 Mal bei Großveranstaltungen in Wien zu sehen. Seine wichtigsten Stationen waren die beiden k.o.-Siege über den Deutschen Peter Müller im Jahre 1962, die er schon unter dem Management von Max Stadtlander errang, der Punkteerfolg über Ralph "Tiger" Johnes 1962 in Wien, mit dem er Einzug in die Weltrangliste hielt und der EM-Sieg wenige Wochen später in Wien gegen den dänischen Titelverteidiger Chris Christensen. Papp verteidigte die Würde mehrfach. Gegen Randy Sandy, gegen Luis Folledo, gegen Christensen, ehe er 1964 ungeschlagen abtrat.

1989 ernannte ihn die Box-Organisation WBC zum Ehren-Weltmeister und deklarierte ihn zwei Jahre später zum weltbesten Amateur und Profiboxer im Mittelgewicht aller Zeiten. Papp hinterlässt eine Frau und einen Sohn. (APA)

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    Laszlo Papp

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