Lega Nord fordert Sprachtest für Immigranten

17. Oktober 2003, 18:27
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"Ausländer sollen auch Kenntnisse des lokalen Dialekts vorweisen"

Rom - Immigranten, die die italienische Staatsbürgerschaft erhalten wollen, sollen sich künftig einer Prüfung unterziehen, um ihren "Integrationsgrad" zu beweisen. Dies geht aus einem Gesetzesentwurf vor, der von der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord im Parlament vorgelegt wurde. Die Prüfung sieht unter anderem einen Sprachtest vor. "Ausländer müssen beweisen, sowohl die italienische Sprache, als auch den Dialekt zu kennen, der in der Region ihres Wohnsitzes gesprochen wird", betonte der Vizepräsident des Senats und Spitzenpolitiker der Lega Nord, Roberto Calderoli.

Laut Calderoli seien die Prozeduren, nach denen man derzeit die italienische Staatsbürgerschaft erhält, rein bürokratisch. "Man bewertet nicht, wie sich ein Ausländer integriert hat, ob er unsere Sprache, unsere Traditionen, die Geschichte, das institutionelle System, in einem Wort die Grundregeln unserer Gesellschaft kennt", sagte der Politiker der Lega Nord.

"Italienische Realität"

Nach Angaben Calderolis würde eine derartige Prüfung die Integration der Ausländer fördern, da sie verpflichtet wären, ihre Kenntnisse über die "italienische Realität" zu vertiefen. Auch in den USA müssten die Immigranten, die die Staatsbürgerschaft beantragen, mit einer Prüfung ihre Sprach- und Geschichtskenntnisse unter Beweis stellen, meinte der Politiker.

In Italien können Immigranten, die zehn Jahre lang mit Aufenthaltsgenehmigung im Land leben, die Staatsbürgerschaft beantragen. Derzeit ist eine lebhafte Debatte über ein Gesetzesprojekt von Vizepremier Gianfranco Fini im Gange, demnach Immigranten, die seit sechs Jahren in Italien leben und nicht vorbestraft sind, das Kommunal-Wahlrecht erhalten sollen. Gegen dieses Projekt wehrt sich die Lega Nord heftig. (APA)

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