Bawag-Teile könnten an Versicherer gehen

19. Oktober 2003, 19:54
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Spekulationen über BayernLB-Ausstieg

Wien - Zwar glaubt Bawag-Generaldirektor Johann Zwettler nicht, dass sich der 46-Prozent-Aktionär Bayerische Landesbank (BayernLB) "absentiert. Wir könnten mit der BayernLB noch so viel machen", sagte Zwettler am Donnerstag am Rande der Gewinn-Messe. Sollte das aber wirklich spruchreif werden, sei nicht ausgeschlossen, dass das Aktienpaket auf einen (anderen) Bankpartner und einen Versicherungspartner "gesplittet" würde.

Dass der Konkurs der mehrheitlich der BayernLB gehörenden deutschen Charterfluggesellschaft Aero Lloyd einen Verkaufsdruck der Bayern noch verstärken könnte, sieht Zwettler nicht. Die Bayerische Landesbank ist Haupteigentümer und größter Kreditgeber des deutschen Ferienfliegers. Zwettler geht davon aus, dass die Bayern für diesen Insolvenzfall zeitgerecht und ausreichend vorgesorgt haben. BayernLB-Generaldirektor Werner Schmidt sei ja "ein Controller". Die Bawag selbst habe keine Kredite bei Aero Lloyd ausständig.

ÖGB behält Mehrheit

Im Fall eines Ausstiegs der Bayern bei der Bawag hatte Zwettler in der Presse den Einstieg einer Versicherung als möglich erachtet. Deren Namen nannte er aber nicht. "Vor allem unser großes Vertriebsnetz wäre für eine Versicherung sehr interessant." Eine Versicherung sei üblicherweise nicht an Bankenmehrheiten interessiert, präzisiert Zwettler. Klar sei, dass die Bawag "eine österreichische Bank ist und bleiben soll", und der ÖGB werde die Mehrheit behalten.

Kolportiert wird inzwischen noch ein weiterer Interessent für den Bayern-Anteil: Die Österreichischen Volksbanken (ÖVAG) würden ein Angebot prüfen, berichtet das Format. Der überraschende Tod von ÖVAG-Generaldirektor Klaus Thalhammer am 22. September habe zu einer Unterbrechung vertraulicher Verhandlungen geführt.

Burgenland-Interesse

Zwettler schloss am Donnerstag nicht aus, dass die Bawag ein Angebot für die zur Privatisierung anstehende Bank Burgenland legen wird. Es sei auch "durchaus vorstellen", dass seine Gruppe auf Bankenebene mit der Bank Burgenland kooperiert. Vorteilhaft sähe er dies vor allem in einem Regionalkonzept für die Westslowakei, Westungarn, Böhmen, das Burgenland und Niederösterreich.

Konkrete Gespräche über eine solche Kooperation gebe es jedoch noch keine. Eine Zusammenarbeit müsse nicht mit Kapital unterlegt werden - was die erfolgreiche Zusammenarbeit etwa mit der Allianz verdeutliche. Die Bank Burgenland entwickle sich heute gut, was an den Geschäftsergebnissen ablesbar sei. (DER STANDARD Printausgabe, 17.10.2003, APA)

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