Beim GAK ist der Wurm drin

27. Oktober 2003, 16:18
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Krisenstimmung bei den Grazern nach dem Ausscheiden - Schachner nach 1:1 gegen Vaalerenga ratlos - Präsident Roth: "Wirtschaftliche Katastrophe"

Graz - Beim österreichischen Vizemeister GAK herrscht nach dem überraschenden Ausscheiden am Mittwoch in der ersten UEFA-Cup-Runde gegen Vaalerenga Oslo Krisenstimmung. Während die Grazer vor einigen Wochen dank starker Leistungen in der Meisterschaft und in der Champions-League-Qualifikation noch als Aushängeschild des österreichischen Fußballs galten, sind die "Roten Teufel" nach dem enttäuschenden 1:1 in Graz gegen den norwegischen Cupsieger am bisherigen Saison-Tiefpunkt angelangt.

Trainer Walter Schachner vermutet ausgerechnet die beiden Glanzleistungen gegen Ajax Amsterdam als mögliche Auslöser für die Talfahrt. "Da sind wir für das unglückliche Ausscheiden von ganz Österreich bemitleidet worden. Vielleicht war das nicht gut für uns", erklärte "Schoko", dessen Mannschaft aus den vergangenen acht Meisterschaftsspielen nur sechs Punkte holte.

"Internes Gespräch"

An der aktuellen Misere vermochte selbst ein zuletzt forciertes Mentaltraining nichts zu ändern. "Wir müssen einfach anders auftreten. Uns hat der Biss, die letzte Konsequenz gefehlt", kritisierte Schachner und kündigte ein "internes Gespräch" an, gab aber zu, dass er im Moment nicht wisse, wie er die Mannschaft aufrichten soll.

Selbstkritisch gab sich auch Kapitän Toni Ehmann. "Bei uns ist der Wurm drinnen. Wir bekommen immer wieder blöde Gegentore, darüber müssen wir uns Gedanken machen, außerdem fehlt das Aufbäumen, die Entschlossenheit und Willenskraft", bemängelte der Team-Verteidiger.

"Mit zwei Runden kalkuliert"

Abseits der sportlichen Turbulenzen hat der UEFA-Cup-Abschied auch negative Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Vereins. "Wirtschaftlich ist das für uns eine Katastrophe, wir haben mit zwei UEFA-Cup-Runden kalkuliert. Jetzt müssen wir uns nach der Decke strecken", ärgerte sich GAK-Boss Rudi Roth und ging mit seinen Spielern hart ins Gericht. "Das war eine der größten Enttäuschungen, seit ich Präsident bin. Wir sind nicht einmal unverdient ausgeschieden."

Die Grazer, zum sechsten Mal in Folge im Europacup mit von der Partie, verabschiedeten sich wie schon in den beiden Jahren zuvor in der ersten Runde aus dem UEFA-Cup und sorgten nebenbei wie im Vorjahr für eine negative Premiere: Damals scheiterte der GAK an APOEL Nikosia und damit als erster ÖFB-Klub an einem Vertreter aus Zypern, mit dem Out am Mittwoch ist auch Österreichs weiße Weste gegen norwegische Vereine dahin. (APA)

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    Für GAK-Präsident Rudi Roth war es eine der größten Enttäuschungen seit er im Amt ist. Roland Kollmann (Bild) war einer der aktiv Beteiligten an der UEFA-Cup-Misere.

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