Comeback von Marx und Lenin in Russland

18. Oktober 2003, 11:03
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Renaissance von Denkmälern findet nicht nur bei Kommunisten, sondern auch bei Demokraten Anklang

Moskau - Über ein Jahrzehnt nach dem Zerfall der Sowjetunion kehren die Denkmäler für Marx und Lenin in die Städte Russlands zurück: Die Monumente der Väter des Kommunismus feierten als "historische Symbole" eine Renaissance, berichtete die russische Zeitung "Iswestija" am Donnerstag. Besonders beliebt seien die Statuen in der sibirischen Region Krasnojarsk, die als eine der kapitalistischsten Russlands gilt. Dort hätten in den vergangenen 18 Monaten fünf alte Lenin-Monumente einen neuen Ehrenplatz erhalten.

Auch in anderen Regionen wie Rostow, Astrachan oder Kaliningrad seien Marx und Engels aus "ästhetischen und kulturellen" Gründen wieder in Bronze oder Marmor errichtet worden. Im nordrussischen Karelien hätten die Behörden Juri Andropow ein Denkmal gewidmet, dem ehemaligen sowjetischen Staats- und Parteichef.

Dieser Trend findet der Zeitung zufolge nicht nur bei den Kommunisten Anklang, sondern trifft auch bei Demokraten auf Verständnis. "Während des demokratischen Wandels haben wir unsere Vergangenheit zu sehr beschimpft", zitierte das Blatt einen russischen Abgeordneten und alten Freund des russischen Ex-Präsidenten Boris Jelzin. Sowjetische Symbole aller Art sind in Russland in den letzten Monaten wieder schwer in Mode gekommen. (APA/AFP)

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    Marx und Lenin wieder in der Öffentichkeit.

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