Mobilfunker mit Rufnummernverordnung einhellig zufrieden

27. Oktober 2003, 10:21
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Mobilkom sieht Umsetzungsfrist bis Mai nur schwer einhaltbar - T-Mobile erwartet Veränderung bei Businesskunden

Nach langwierigen und kontroversen Verhandlungen und einem Runden Tisch zum Thema Rufnummernmitnahme zeigten sich die österreichischen Mobilfunkbetreiber mit der nun von Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) unterzeichneten Nummernübertragungsverordnung (NÜV) heute, Donnerstag, in einem ersten APA-Rundruf durchwegs "zufrieden".

"Gute Lösung für Konsumenten"

Marktführer Mobilkom Austria sieht in der Verordnung eine "gute Lösung für die Konsumenten", die sich auf die Kundenzahl nicht groß auswirken werde. Bei der praktischen Umsetzung könnte es aber bei der Einhaltung der Frist bis 1. Mai 2004 "knapp werden", so Sprecherin Elisabeth Mattes.

"Froh, dass eine Lösung gefunden wurde"

T-Mobile-Sprecherin Manuela Bruck "ist froh, dass eine Lösung im Dienste der Kunden gefunden wurde". Durch die umfassende Kosteninformation und eine Textansage beim Anruf bei einer mitgenommenen Rufnummer sei sichergestellt, dass es kein böses Erwachen für die Handynutzer gebe. Große Veränderungen bei den Kundenströmen erwartet sich T-Mobile am ehesten noch bei den Geschäftskunden, wovon der zweitgrößte Mobilfunkanbieter T-Mobile profitieren könne. Den Termin 1. Mai 2004 sieht Bruck als durchaus einhaltbar.

"Wir können damit leben"

"Wir können damit leben. Was passt oder nicht passt wissen wir erst nach der Implementierung", sagte One-Technikchef Christian Czech. Der für die Umsetzung vorgesehene Termin - der 1. Mai - werde allerdings schwierig zu halten sein. Ausdrücklich lobte Czech den Runden Tisch im Juli von Netzbetreibern und Minister, der diese "faire Lösung für den Endverbraucher" erst möglich gemacht habe.

"Eine tolle Leistung"

Bei der Nummer 4 am heimischen Handymarkt, tele.ring, ist man besonders von Verkehrsminister Gorbach angetan. "Das war eine tolle Leistung des Ministers", so tele.ring-Chef Hubertus Hofkirchner, der die heutige Gesprächsrunde von Betreibern und Minister als "sehr produktiv" bezeichnete. Wesentlich sei nun, dass die Verordnung nicht verwässert werde und keine zusätzlichen Zeitbarrieren eingeführt würden. Sehr erfreut zeigte sich Hofkirchner über den Wegfall der postalischen Schuldenbestätigung (Auszug aus dem aktuellen Kontostand) des Altbetreibers für den wechselwilligen Kunden. Nun würde auch eine Bestätigung via Mail reichen, was Gorbach gegen vereinzelten Widerstand durchgesetzt habe und eine erhebliche Zeitersparnis beim Wechsel bringe.

"Vorsichtig positiv"

UMTS-Anbieter Hutchison ("3") betrachtet die Verordnung "vorsichtig positiv". "Wir begrüßen das Recht des Kunden auf One-Stop-Shopping, das umfassende Informationsrecht des Kunden und die kurze Übertragungsfrist", so "3"-Regulierungsexperte Bernhard Wiesinger. Er mahnt jedoch zur Vorsicht, denn der "Widerstand der eingesessenen Mobilfunker lässt erwarten, dass die Details einer Nummernübertragungslösung erst in einem Verfahren vor der Telekom-Regulierungsbehörde geklärt werden können".(APA)

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