Haberzettl: "Elefanten-Runde war Nullrunde"

16. Oktober 2003, 16:32
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Eisenbahner-Chef betont auf ÖGB-Kongress Kampfbereitschaft

Wien - Eisenbahner-Chef Wilhelm Haberzettl hat am Donnerstag beim ÖGB-Kongress die Kampfbereitschaft der Gewerkschaft in Sachen ÖBB-Reform betont. Bei einer außer Programm eingeschobenen Rede versprach er den Delegierten: "Die Eisenbahner werden sich mit aller Vehemenz gegen Eingriffe in ihre privatrechtlichen Verträge wehren". Seiner Meinung nach handelt es sich bei den Regierungsplänen um "massive Angriffe" auf juristische und letztlich auch Arbeitnehmer-Rechte.

Über den gestrigen "Runden Tisch" mit Infrastrukturministerium und ÖBB-Vorstand zog Haberzettl eine ernüchterte Bilanz. Der Status Quo zwischen Gewerkschaft und Regierung sei beibehalten, eher sogar noch verstärkt worden. Was als "Elefanten-Runde" geplant gewesen sei, habe sich letztlich als "Nullrunde" herausgestellt.

Haberzettl ringt um Verständnis

Bemüht war der Eisenbahner-Chef, den Vertretern der anderen Gewerkschaften die Proteste der oft als privilegiert bezeichneten ÖBBler klar zu machen. Haberzettl verwies darauf, dass für die Bahn-Bediensteten die normale Arbeitszeit-, Arbeitsruhe- und Urlaubsgesetzgebung auf Wunsch des Gesetzgebers nicht angewendet werde. Die angeblichen Privilegien der Eisenbahner würden nur diesen Mangel ausgleichen.

Außerdem verwies Haberzettl darauf, dass mit einem Eingriff in die Privatverträge der Eisenbahner quasi ein Präjudiz geschaffen werde. Das Selbe wäre dann etwa auch bei Krankenkassen- und Kammer-Angestellten möglich, warnt der Eisenbahner. (APA)

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