Reste eines römischen Kastells in Konstanz entdeckt

21. Oktober 2003, 13:04
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Damit römische Verteidigungslinie am Bodensee komplett erkennbar

Konstanz - Ein bedeutsamer Fund ist Archäologen in Konstanz am Bodensee gelungen: Sie haben Reste eines römischen Kastells aus dem 4. Jahrhundert entdeckt. Auf dem Platz vor dem Münster in der Altstadt legten sie Teile einer 2,20 Meter dicken Mauer und eines gewaltigen mehreckigen Turms einer großen Wehranlage frei.

"Der Fund ist in Baden-Württemberg einzigartig und ein stadtgeschichtliches Highlight", sagte Ralph Röber vom Landesdenkmalamt. Damit sei auch die römische Verteidigungslinie am Bodensee gegen die Alemannen jetzt komplett erkennbar. Vergleichbare Kastell-Funde gebe es in Bregenz (Österreich) und Arbon (Schweiz).

Greifbares Zeugnis

"Es sind die ersten wirklich greifbaren Zeugnisse der Römer in Konstanz", sagte Röber, der von einer Sensation spricht. Schon 1872 seien beim Verlegen einer Wasserleitung römische Mauerreste entdeckt und später vereinzelt Scherben gefunden worden. Seither sei über die Präsenz der Römer spekuliert worden. "Man ahnte, dass da etwas sein musste, aber man wusste nicht, wie es aussieht", erinnert sich Röber. "Der Fund belegt nun, dass Konstanz nicht nur im Mittelalter als Bischofssitz, sondern schon in der Spätantike ein bedeutender Ort war."

Röber schätzt, dass die gesamte befestigte Burganlage bis zu einem Hektar groß war, sich aber möglicherweise sogar bis zum nahen Bodenseeufer erstreckte. Dort verfügte die römische Flotte über einen Stützpunkt. (APA/dpa)

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