Wirtschaftskammer: Wende zum Besseren

20. Oktober 2003, 11:31
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Erwartungen für 2004 hellen sich auf - Leitl erwartet für nächstes Jahr zwei Prozent Wachstum

Wien - Klar bessere Erwartungen in die Konjunktur 2004 zeigt das am Donnerstag veröffentlichte Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer (WKÖ). Die halbjährlich durchgeführte Umfrage unter Mitgliedern der Organisation zeigt eine "deutliche Trendumkehr in den Erwartungen". Nur mehr 7 Prozent der Befragten erwarten für 2004 eine weitere Verschlechterung des Wirtschaftsklimas, 48 Prozent gehen von einer besseren Konjunktur aus. Das von den letzten 12 Monaten gezeichnete Konjunkturklima zeigt dagegen ein negatives Spiegelbild dieser Ergebnisse: Für nur 9 Prozent ist es besser, für 46 Prozent schlechter gegangen. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl erwartet für 2004 "kein massives, aber immerhin ein Wachstum von zwei Prozent".

Österreich und Europa lägen damit weit hinter den Prognosen für die USA oder gar Asien, warnte Leitl vor zu euphorischen Einschätzungen. Der WKÖ-Chef, der derzeit auch Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern (Eurochambres) ist, rief die EZB zu weiteren Zinssenkungen auf. "Es ist nicht sinnvoll, dass wir in Europa ein doppelt so hohes Zinsniveau wie die USA, aber nur die Hälfte des Wachstums haben", sagte Leitl im Club der Wirtschaftspublizisten. "Ich hoffe, dass die EZB unter ihrem neuen Präsidenten Jean-Claude Trichet da eine aktive Rolle einnimmt."

Kein "selbst tragender Aufschwung"

Trotz der besseren Aussichten ist es "noch zu früh, von einem selbst tragenden Aufschwung zu reden", heißt es im Konjunkturbarometer der WKÖ. Bei der Beurteilung der zu erwartenden Gesamtumsätze 2004 zeigt die Umfrage unter dem Strich deutlich höhere Erwartungen, auch bei der Einschätzung der Auftragslage hat die Zahl der Pessimisten abgenommen. Verhalten sind die Erwartungen nach wie vor, was die Beschäftigungsentwicklung betrifft. In einem entscheidenden Detail, den Erwartungen von Neuinvestitionen, hat die Zahl der Optimisten sogar ab- und jene der Pessimisten zugenommen.

Insgesamt wurden für die Herbstumfrage 5.300 Unternehmen per Email um ihre Einschätzung gebeten, geantwortet haben knapp 650. (APA)

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