Kunstberichte 2001/02 "zur Kenntnis genommen"

22. Oktober 2003, 13:12
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Breite Diskussionen im Kulturausschuss des Parlaments

Wien - Mit den Stimmen von Volkspartei und Freiheitlichen wurden in der Sitzung des Kulturausschusses des Nationalrates am Mittwoch die Kunstberichte 2001 und 2002 zur Kenntnis genommen. In der Diskussion wurde auch auf aktuelle Förderungs- und Postenbesetzungsfragen Bezug genommen. Dabei ging es vor allem um die Bestellung der neuen Diagonale-Leitung, die Verlängerung des Vertrages von Staatsopern-Direktor Ioan Holender sowie um die Finanznöte des Literaturhauses in Wien.

Seit der Gründung des Literaturhauses in Wien wären weitere Literaturhäuser in den Bundesländern entstanden, so Kunststaatssekretär Franz Morak (V) laut Parlamentskorrespondenz. Es müsse daher die Frage zulässig sein, ob nicht auch Wien einen Beitrag zum Literaturhaus leisten könne. Erneut hob Morak hervor, dass die Regelung der Buchpreisbindung auch in Zukunft bestehen solle und bisherige Ergebnisse eingearbeitet werden sollen.

2003 wären zehn Filmstipendien mit insgesamt 95.000 Euro eingeführt worden, durch die Auslagerung der Artothek hätten die Kosten um rund die Hälfte auf ca. 150.000 Euro gesenkt werden können.

Andrea Kuntzl (S) kritisierte, dass die Art und Weise der Entscheidungsfindung für die neue Diagonale-Leitung einen tiefen Riss in der bis dato gut funktionierenden österreichischen Filmszene verursacht habe. Morak verwies auf eine "internationale Ausschreibung" und ein "hochrangiges Auswahlgremium". Mit Vuckovic, der "im übrigen sehr gut Deutsch" spreche, habe man eine gute und tragfähige Basis für die Diagonale gefunden, so der Staatssekretär laut Parlamentskorrespondenz.

Uneinigkeit herrschte bei der Frage, ob für die Vertragsverlängerung des Staatsopern-Direktors eine Ausschreibung notwendig gewesen wäre. Ingrid Turkovic (V) verneinte dies und verwies auf die weltweit anerkannte Arbeit Holenders.

SP-Kultursprecherin Christine Muttonen fordert mehr Transparenz im Kunstbericht, etwa bei der regionale Zuordnung von Förderungen: "Niemand kann aus dem Bericht ersehen, ob eine Region nun stärker gefördert wird als eine andere, oder nicht", so Muttonen laut einer Aussendung. Transparenz vermisse sie auch bei der in Vorbereitung befindlichen Novelle der Filmförderung. (APA)

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