Saban bietet wie erwartet 6 Euro je ProSieben-Vorzugsaktie

22. Oktober 2003, 13:06
posten

Auch Vorstand soll geändert werden

Der US-Milliardär Haim Saban bietet im Rahmen eines Pflichtangebots an die Aktionäre des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 Media AG wie erwartet nur 6 Euro je Vorzugsaktie. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Angebotsunterlage hervor. Darin kündigt der neue Besitzer von Deutschlands größtem TV-Konzern auch an, den Vorstand der Gesellschaft überprüfen und wahrscheinlich ändern zu wollen. "Der Bieter prüft derzeit die Größe und die Zusammensetzung des Vorstands vor dem Hintergrund des Geschäftsplans der ProSiebenSat.1 und hält Änderungen für wahrscheinlich", heißt es in dem Bericht. Allerdings scheint damit nicht Vorstandschef Urs Rohner gemeint zu sein. Dessen Vertrag wurde erst vor kurzem bis Ende 2006 verlängert.

Das Abfindungsangebot, zu dem Saban nach der Übernahme der Kontrolle bei ProSiebenSat.1 im Sommer gesetzlich verpflichtet ist, ist zu diesem Preis praktisch irrelevant. Denn am Donnerstagmorgen notierten die im MDax gelisteten Vorzugsaktien bei 11,80 Euro, so dass die Aktionäre keinen Anreiz haben, Sabans Angebot anzunehmen. Die Offerte entspricht allerdings dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte das Angebot bereits am Mittwoch genehmigt.

Für die restlichen stimmberechtigten Stammaktien, die sich noch in Besitz der insolventen Mediengesellschaft KirchMedia und dem Verlag Axel Springer, bietet Saban 8,00 Euro. Nach Angaben aus Branchenkreisen hatte er für den Erwerb 72 Prozent der Stammaktien im Sommer 7,50 Euro je Papier bezahlt. (APA/Reuters)

Share if you care.