Alt und neu zugleich

31. Oktober 2005, 10:01
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Der "Kleine Johnson" und das "Oxford Weinlexikon", die Standardwerke in Sachen Wein, wurden neu überarbeitet

Einerseits liegt es in der Natur der Sache Wein, dass die Halbwertszeit eines Großteils der damit befassten Literatur kaum Jahresfrist überdauert. Aber da gibt es ja auch die Klassiker - oftmals Werke, die bereits vor Jahren erschienen sind und die in mehr oder weniger langen Abständen überarbeitet und neu aufgelegt werden. Sie glänzen nicht nur durch aufwändigere Machart (Fotos, Karten, Diagramme), sondern vor allem dadurch, dass die darin erwähnten Themen, Technologien und Tendenzen doch etwas tiefer gehend beleuchtet werden.

Eine solche - längst fällige - Neuauflage ist die deutsche Version des Opus magnum von Jancis Robinson, das "Oxford Weinlexikon", für das sie sowohl als Herausgeberin als auch als Autorin verantwortlich zeichnet. Gut 50 Prozent der Einträge wurden aktualisiert, mehr als 500 neue kamen dazu. In der internationalen Weinausbildung gilt das auf Deutsch erstmals einbändige Lexikon als Referenzwerk schlechthin, selbst wenn manche Einträge wie Rebflächenangaben oder Produktionsmengen nach vergleichsweise kurzer Zeit nicht immer dem aktuellen Stand entsprechen.

Dass auch Bewertungsbücher durchaus zu Klassikern werden können, zeigt "Der kleine Johnson" des britischen Wein-Autors Hugh Johnson, das meistverkaufte Weinbuch der Welt. Der Ratgeber erscheint jährlich und das seit 25 Jahren, in deutscher Auflage mit mehr als 1,5 Millionen Stück. Abgehandelt werden Themen wie Wein und Speisen, Jahrgangsbeschreibungen und Weinsprache. Weinbewertungen erfolgen nach dem perfekt nachvollziehbaren und angenehm subjektiven Johnson-System. Die Stichworte werden von einem aus rund 50 Leuten bestehendem Team jährlich aktualisiert und gegebenenfalls neu gewichtet. Die Freude am handlichen Werk wird allerdings etwas getrübt, wenn man z. B. über Österreich liest, dass das Weingesetz aus 1985 stammt und "93 letztmals novelliert" wurde. Oder dass "Districtus Austria Controllatus DAC" keinerlei Erwähnung wert war. (DerStandard/rondo/ls/17/10/03)

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