Stifter wollen günstig spenden

19. Oktober 2003, 19:52
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Experten sehen Reformbedarf im Privatstiftungsrecht

Wien - Die gesetzlichen Änderungen bei Privatstiftungen im Jahr 2001 hätten zu einem massiven Vertrauensverlust unter Stiftern in Österreich geführt, sind sich Experten wie Wirtschaftstreuhänder Karl Bruckner oder Anwalt Maximilian Eiselsberg einig. Damals wurde die Schenkungssteuer bei Neugründungen auf fünf Prozent verdoppelt, sowie eine laufende Ertragsbesteuerung von 12,5 Prozent eingeführt.

Auf einer Veranstaltung zum zehnjährigen Jubiläum des Privatstiftungsrechts, das unter dem damaligen SP-Finanzminister Ferdinand Lacina eingeführt wurde, plädierten die Fachleute für eine Wiederattraktivierung dieses Instruments. Bruckner forderte insbesondere eine Erleichterung von gemeinnützigen Aktivitäten von Stiftungen durch eine KESt- bzw. Zwischensteuerbefreiung für bestimmte Spenden. Bei Ausgaben einer Stiftungen für Spenden in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Kunst oder Medizin, sollte der Fiskus nicht zu greifen dürfen. Darüber hinaus sei eine Erweiterung der steuerfreien Übertragungsmöglichkeit von Veräußerungsgewinnen von Beteiligungen auf neu angeschaffte Beteiligungen wünschenswert, so Bruckner. Derzeit hat man dafür nur ein Jahr Zeit. Bruckner denkt an drei Jahre, um den Stiftungen mehr Flexibilität einzuräumen.

Präsentiert wurden auf der Veranstaltung die erfolgreichen deutschen Beispiele der Volkswagen- und Bertelsmann-Stiftung. Eiselsberg, einer der Väter des heimischen Stiftungsrechts, sagte, man hätte aus den Erlösen des Voest-Verkaufs eine Stiftung zum Wohl der Allgemeinheit errichten können. (DER STANDARD Printausgabe, 16.10.2003, miba)

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