Gewinne im Handel schwinden

17. Oktober 2003, 19:10
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Studie: Hälfte der Klein- und Mittelbetriebe in den roten Zahlen - mit Infografik

Wien - Die Ertragskraft der heimischen Handelsbetriebe bis zu einem Jahresumsatz von 100 Millionen Euro geht stetig zurück. Dies zeigt die jüngste Studie des Instituts KMU Forschung Austria zur Kosten-, Ertrags- und Finanzlage im Kfz-, Einzel- und Großhandel. Untersucht wurden 14.000 Bilanzen aus den Jahren 2001 und 2002, "aufgrund der Bilanzierungsvorschriften die aktuellste Quelle", so Peter Voithhofer von KMU Forschung bei der Präsentation.

Die durchschnittliche Umsatzrentabilität - EGT dividiert durch Betriebsergebnis vor Steuern - sei im Einzelhandel auf 0,5 Prozent gefallen. Bei der analogen Untersuchung vor einem Jahr kam man noch auf 1,3 Prozent. Bei größeren Betrieben mit mehr als 100 Mio. Euro Jahresumsatz liegt der aktuelle Wert im Schnitt bei zwei Prozent (Details siehe Grafik).

Keine Besserung in Sicht

Voithofer sieht für die Jahre 2002 und 2003 wegen der konjunkturellen Voraussetzungen keine Verbesserung der Lage für die kleineren Händler. 47 Prozent schrieben bereits zum Berichtszeitraum rote Zahlen, um drei Prozentpunkte mehr als zuvor.

Erich Lemler, Spartenobmann für den Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, erwartet frühestens im Frühjahr 2004 "ein Lichterl" für den Handel. 2003 könnte mit einem nominellen Plus von einem Prozent im Einzelhandel abgeschlossen werden - unter Berücksichtigung der Inflation eine Stagnation.

Im politischen Kampf der Kammer gegen neue Einkaufszentren werde indessen eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem Gemeindebund Anfang 2004 einen Vorschlag für Nahversorgungsabgabe und einheitliche Raumordnung fertig stellen, hieß es am Mittwoch weiter. (DER STANDARD Printausgbe, 16.10.2003, szem)

  • Rentabilität im Handel
    grafik: standard

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