Exministerin Forstinger im Sold der ÖBB

17. Oktober 2003, 15:20
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Die ehemalige Verkehrsministerin prüft im Auftrag des Vorstands Verwertungsmöglichkeiten von 40 Bahngrundstücken

Wien - Die im Frühjahr 2002 als Verkehrsministerin abgelöste Monika Forstinger (FP) hat eine Geschäftsbeziehung zu der ihr früher unterstellten Bahn aufgebaut. Bis Ende November soll sie im Auftrag des ÖBB-Vorstands die Verwertungsmöglichkeit von 40 Bahngrundstücken prüfen. "Es geht darum, bei der Verwertung der Immobilien den besten Preis zum besten Zeitpunkt zu finden", sagte Forstinger dem STANDARD.

Für die Expertise, an der Forstinger mit ihrer Firma .Proquest Riskmanagement GmbH seit Anfang September arbeitet, zahlen die ÖBB einmalig 18.000 Euro. Es sei "klug und vernünftig, in dieser Sache eine Exverkehrsministerin heranzuziehen", heißt es bei der ÖBB. Forstinger habe einen guten Einblick in das Unternehmen und gute Kontakte. Weil die Auftragssumme niedrig sei, habe man den Aufsichtsrat damit nicht konfrontieren müssen.

"Ich habe genut zu tun"

Ob sie auch für einen Job in der reformierten ÖBB infrage komme, etwa in der geplanten Immobilienmanagement GmbH, beantwortete Forstinger abschlägig: "Ich bin Unternehmerin, habe genug zu tun, diese Frage stellt sich für mich überhaupt nicht."

Die Verwertung von Immobilien ist mit ein Bestandteil des unter dem Namen "Power 2005" laufenden Ertragssteigerungsprogramms des Bahnvorstands. Zusammen mit Maßnahmen zur Senkung der Betriebskosten, durch Standortkonzentrationen und eben den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Immobilien wollen die ÖBB nachhaltig 290 Mio. Euro einsparen. Harsche Kritik an der Einbindung von Forstinger in das ÖBB-Immobiliengeschäft gab es von SPÖ und Grünen. (DER STANDARD Printausgabe, 16.10.2003, stro)

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