Schengen-Schutz bleibt

16. Oktober 2003, 19:21
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Osterweiterung: Polizeichefs eher unbesorgt

Leogang - Einmal im Jahr wird die kleine Salzburger Tourismus-Gemeinde Leogang zum wahrscheinlich sichersten Ort der Republik. Bei den "Österreichischen Sicherheitstagen", die vom Kuratorium Sicheres Österreich veranstaltet werden, treffen sich vom Innenminister über Sicherheitsdirektoren abwärts bis hin zu Privatunternehmern Experten, um über aktuelle sicherheitspolitische Fragen zu diskutieren. Heuriges Hauptthema: Die EU-Osterweiterung und ihre Auswirkungen.

Die von manchen beschworene "Gefahr aus dem Osten" ist dabei kleiner als man denkt, wie die Zahlen des Bundeskriminalamtes (BK) beweisen. Im Jahr 2002 wurden 5919 Tatverdächtige aus den vier angrenzenden Beitrittsländern plus Polen angezeigt. Gemessen an allen Verdächtigen beträgt ihr Anteil 2,81 Prozent - und liegt damit sogar unter jenem von Deutschland, das 2,84 aller in Österreich Angezeigten stellt.

Bei der Exekutive verspricht man sich sogar Erleichterungen bei der Verbrechensbekämpfung, sobald die neuen Mitglieder in der Union sind. Zwischenamtliche Wege werden erleichtert, gemeinsame Strategien können effizienter umgesetzt werden.

Bei bestimmten Deliktgruppen wie etwa Schlepperei erwarten die heimischen Beamten sogar deutliche Verbesserungen: Die Schengen-Kontrollen an den heimischen Nord-, Ost- und Südgrenzen bleiben noch bis mindestens 2007 bestehen, in diesem Zeitraum verbessern unsere Nachbarn aber ihre Maßnahmen, um möglichst bald Schengenreife zu erlangen. Der Weg für Schlepper, aber auch für Flüchtlinge, nach Westeuropa wird daher immer schwieriger werden. (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 16.10.2003)

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