"Lebendes Fossil" entdeckt

21. Oktober 2003, 13:29
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Südindischer Frosch unterscheidet sich maßgeblich von allen anderen heutigen Spezies - Fund mit dem des Quastenflossers verglichen

London - Eine bisher unbekannte Froschart aus der Zeit der Dinosaurier hat bis heute in Südindien überlebt. Ein belgisch-indisches Forscherteam beschreibt das von ihm entdeckte "lebende Fossil" im britischen Fachjournal "Nature" vom Donnerstag. Der violette Frosch hat einen breiten, etwa sieben Zentimeter langen, aufgedunsen wirkenden Körper und eine spitze Schnauze wie ein Maulwurf.

Er ist der letzte Vertreter der urtümlichen Frösche aus der Ära der Dinosaurier und unterscheidet sich so sehr von anderen lebenden Fröschen, dass er eine neue biologische Familie begründet. Zuvor hatten Biologen die Froschlurche in 29 Familien unterteilt.

Die nächsten Verwandten der rund 130 Millionen Jahre alten, Nasikabatrachus sahyadrensis genannten Art lebten heute auf den Seychellen, berichten Franky Bossuyt von der Freien Universität Brüssel und sein indischer Kollege S. D. Biju. Damit belege die Entdeckung eine erdgeschichtlich lange vermutete biogeographische Verbindung zwischen Indien und den Seychellen. Ein Kommentar in "Nature" vergleicht den "Jahrhundertfund" in der Bedeutung mit der Entdeckung des lange ausgestorben geglaubten Urfischs Quastenflosser, die 1938 für weltweites Aufsehen gesorgt hatte. (APA/dpa)

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