Peru: Ex-Präsident Fujimori will 2006 wieder an die Macht

18. Oktober 2003, 16:13
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Neun Verfahren laufen gegen den ehemaligen Regierungschef

Tokio - Der im japanischen Exil lebende ehemalige peruanische Präsident Alberto Fujimori will 2006 wieder zu den Wahlen in seiner Heimat antreten. "Ich arbeite daran", versicherte der 65-Jährige am Mittwoch in Tokio im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Dass in Peru insgesamt neun Verfahren gegen ihn anhängig sind, darunter wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sieht der vor rund drei Jahren gestürzte Ex-Staatschef nicht als Hindernis für eine erneute Bewerbung um das höchste Staatsamt an: "Es gibt nichts, was mich dabei aufhalten könnte."

Zunächst werde er sich gegen die "falschen und haltlosen Vorwürfe" verteidigen, dann seine politischen Pläne für ein mögliches viertes Mandat erörtern, sagte Fujimori. Eine Rückkehr in das südamerikanische Land zu Wahlkampfzwecken schloss er nicht aus - der Zeitpunkt hänge von der Entwicklung der dortigen politischen Kräfteverhältnisse ab.

Auslieferung beantragt

Die peruanische Regierung hatte am 31. Juli die Auslieferung Fujimoris beantragt, eine Entscheidung steht nach japanischen Regierungsangaben jedoch noch aus. Die japanische Regierung hatte sich bisher einer Auslieferung mit dem Hinweis widersetzt, der langjährige peruanische Präsident sei japanischer Staatsbürger. Nach seiner Flucht nach Japan hatte Fujimori im Dezember 2000 die japanische Staatsbürgerschaft erhalten, da seine Eltern Japaner waren. Er selbst wurde in Peru geboren.

Alberto Fujimori wäre nicht der erste Ex-Präsident Lateinamerikas, der zurück an die Macht drängt. Der ehemalige Militärdiktator von Guatemala, General Rios Montt, ist zur Zeit führender Kandidat für die dortigen Präsidentschaftswahlen. Hugo Banzer, bolivianischer Militärdiktator der sechziger Jahre, ließ sich 1992 wieder zum Präsidenten wählen und regierte bis 2001. (APA)

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