Teurere Vignette für Privatautobahnbau

17. Oktober 2003, 15:26
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Anhebung des Preises "frühestens 2005"

Wien - Mit der Einbindung privater Investoren beim Ausbau des Autobahnnetzes im Osten Österreichs könnte der Preis der Vignette in die Höhe schnalzen. Nach einem Finanzierungsmodell der Investkredit ist 2008 eine Verteuerung des Mautpicklers um 25 Prozent mit weiteren Preisanpassungen nach oben in den Folgejahren notwendig, damit sich das Investment rechnet.

Wie berichtet, will das Verkehrsministerium Mitte 2004 den Bau von insgesamt 125 Kilometern Autobahn an einen privaten Konzessionär vergeben. Darin inkludiert ist die Nordautobahn A5, die Nordostumfahrung Wiens (S1/S2) mit der 6. Donauquerung und der Lobau-Untertunnelung sowie eine Verlängerung der Donauuferautobahn A22. Die Gesamtkosten werden auf 2,4 Mrd. Euro geschätzt.

Ministerium: Tarifaspekt nicht abgesprochen

Im Büro von Infrastrukturminster Hubert Gorbach hieß es am Mittwoch, der Tarifaspekt sei mit der Investkredit nicht abgesprochen worden. Die Anhebung der Vignettengebühren um 25 Prozent im Jahr 2008 beruhe ausschließlich auf Annahmen des Beraters.

Gorbach hat im Mai einen Antrag der Asfinag auf Anhebung der Vignettengebühren 2004 abgelehnt. "Frühestens für 2005" sei ein neuerlicher Antrag möglich und selbst dies sei noch nicht fix, hieß es bei der Autobahngesellschaft.

Autofahrerklubs protestieren

Scharfen Protest gegen allfällige Verteuerungspläne gibt es von den Autofahrerklubs. "Das kommt nicht infrage, der Privat-Pkw zahlt auch nach Einführung der Lkw-Maut noch deutlich mehr als der Schwerverkehr", sagte Willi Matzke vom ÖAMTC. Außerdem: "Wir brauchen kein Private-Public-Partnership (PPP; Anm.) im Straßenbau. Die Asfinag kann das mit den ihr zugesicherten Einnahmen sehr gut ohne Privatbeteiligung machen."

Und beim ARBÖ meint man: "Die Regierung soll zeigen, was sie kann, und langfristige Kredite durch die Europäische Investitionsbank erreichen." PPP-Modelle seien "verzichtbar". (DER STANDARD Printausgabe, 16.10.2003, stro)

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