Zahl der getöteten Journalisten schon jetzt über Vorjahresniveau

23. Oktober 2003, 20:39
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Weltverband der Zeitungen: Heuer bereits 51 tote Medienmitarbeiter - Ein Drittel davon im Irak

Immer mehr Journalisten finden in Krisen- und Kriegsgebieten den Tod. Bereits jetzt habe die Zahl der heuer getöteten Journalisten mit 51 jene des Vorjahres (46) überschritten, teilte der Weltverband der Zeitungen (WAN) am Mittwoch in Paris mit. Fast ein Drittel der Todesfälle gehe auf das Konto des Kriegs im Irak. Dort wurden 16 Journalisten getötet.

Journalisten in der Schusslinie

Die Zahl ist erschreckend und unterstreicht ein weiteres Mal, dass Regierungen und Medien mehr zum Schutz ihrer Journalisten, wo auch immer sie ihrer Pflicht, die Öffentlichkeit zu informieren, tun müssen", erklärte WAN-Generaldirektor Timothy Balding. "Früher gingen Journalisten an die Front, jetzt leben sie dort", meinte er.

"Moderne Technologien ermöglichen es, direkt aus den Gefahrenzonen zu berichten - mit einem Minimum an Ausrüstung." Journalisten würden sich daher längere Zeit in der Schusslinie aufhalten. Doch Krieg sei nicht die einzige Gefahr für Journalisten, wurde betont. In vielen Gebieten gerieten sie wegen ihrer Arbeit ins Visier. Die behördlichen Untersuchungen seien oft unzureichend, kritisierte Balding.

Kolumbien und Philippinen am gefährlichsten

Kolumbien (sieben Tote) und die Philippinen (sechs Tote) gehören weiterhin zu den gefährlichsten Ländern für Journalisten. Getötet wurden Medienmitarbeiter heuer auch in Brasilien, Guatemala, Indien, Indonesien, im Iran, in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste), Japan, Kirgisien, Nepal, Pakistan, in den palästinensischen Autonomiegebieten, Russland und Thailand. (APA)

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