Diskussionen: Reihenfolge der vorgetragenen Standpunkte entscheidend

20. Oktober 2003, 12:42
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Von Gerichtssaal-Plädoyers bis Kaufverhandlungen: Zu Beginn festgelegter "Anker" beeinflusst Ergebnis stark

Hamburg - Für das Strafmaß in Gerichtsprozessen ist auch die Reihenfolge der Plädoyers mit entscheidend: Das Urteil fällt deutlich milder aus, wenn die Verteidigung das erste Plädoyer hält, wie Würzburger Psychologen in einer Studie belegen konnten. Über das Projekt für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) berichtete am Mittwoch "Die Zeit".

Das Phänomen sei bereits aus anderen Lebensbereichen bekannt, hieß es in dem Bericht: Auch beim Autokauf liegt der tatsächliche Kaufpreis niedriger, wenn zuerst der Käufer sein Angebot nennt. Umgekehrt liegt der Kaufpreis höher, wenn zuerst der Verkäufer seine Forderung aufstellt. Psychologen sprechen von einem "Anker", der das Denken der Verhandlungspartner fixiert. Bisher habe es als Vorteil für den Angeklagten gegolten, wenn sein Verteidiger vor Gericht das letzte Wort hatte. (APA/AP)

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